Ente am Ende
Wieso nicht die (K)Eintagewoche?
Leserbrief zum Artikel Free day for future! (Die Zeit Nr. 4/2020, S. 59f)
Sonntag, 19. Januar 2020, 10:10

So sehr der Analyse (Bullshit-Jobs usw.) zuzustimmen ist, so kleinmütig fällt doch Ihre Schlussfolgerung aus. Ein Plädoyer für die Viertagewoche? Sollte es uns als Gesellschaft nicht vielmehr darum gehen, unseren Bedarf gemeinschaftlich zu ermitteln und dann daraus abzuleiten, welche und wie viel Arbeit überhaupt notwendig und welche überflüssig oder gar schädlich ist, um dann diese notwendige Arbeit gerecht (und immer wieder neu, Woche für Woche) untereinander zu verteilen – dergestalt, dass manche vielleicht genauso viel arbeiten wie schon jetzt, andere vielleicht sogar mehr, viele andere dagegen weniger bzw. zeitweise oder überhaupt gar nicht (dank Grundsicherung oder bedingungslosem Grundeinkommen) und wir die Höhe der zu zahlenden Löhne (ebenso wie die der Preise von Waren und Dienstleistungen) ganz „marktwirtschaftlich“ dem Gesetz von Angebot und Nachfrage überlassen? Dann würde Tätigkeiten, die anspruchsvoll und/oder unangenehm sind, besser bezahlt als Jobs, die viele gerne hätten und ausführen könnten, und ein Model würde z.B. sehr viel weniger verdienen als eine Pflegekraft. Und es gäbe keinerlei Anreize mehr für überflüssige und schädliche Tätigkeiten.

Aber das wäre ja Planwirtschaft?! - Genau! Allerdings würde dieser Plan nicht (wie im real existiert habenden Sozialismus, in dem freilich auch noch nicht die heutigen Kommunikationsmittel zur Verfügung standen) von einer kleinen Clique Funktionäre auf Grundlage mangelhafter Daten und nach ideologischen und/oder persönlichen Vorgaben erstellt, sondern permanent von uns allen gemeinsam den aktuellen Gegebenheiten und Erfordernissen angepasst. Das mögen manche Sozialismus nennen – ich nenne es fortgeschrittene Demokratie.

senf dazu


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Zur Petition Für eine Weiterentwicklung der Demokratie
Das Prinzip Permanentes Plebiszit

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Charles Bukowski



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