Ente am Ende
Montag, 27. September 2021
Leider wieder mal verwählt
Montag, 27. September 2021, 10:22

Was für ein trauriges Scheiß-Ergebnis: Der (nach allen Umfrageergebnissen bis zuletzt zumindest theoretisch mögliche) "Linksrutsch" fällt aus, die Linken fallen tatsächlich unter die undemokratische 5%-Hürde (und können - immerhin - nur dank dreier Direktmandate doch noch in Fraktionsstärke im nächsten Bundestag mitmischen), und da eine künftige Regierung ohne FDP und/oder CDU nicht zustande kommen wird, ist es wohl auch mit mehr sozialer Gerechtigkeit (z.B. Steuererhöhungen für Reiche) und konsequentem Klimaschutz (durch strengere Vorgaben an die Wirtschaft) erstmal Essig.

Meine einzige Hoffnung: Baldige Neuwahlen, weil sich weder SPD noch CDU mit Grünen und FDP (sowie auch untereinander für eine weitere "Große Koalition" nicht) einig werden (aber das kann ich mir bei der unter diesen Berufspolitiktreibenden allfälligen Pöstchenmentalität ohnehin kaum vorstellen) - dann aber müsste sich bis dahin bei den Linken noch irgendwas zum Besseren wenden. Viele haben sie wohl nicht gewählt wegen der immer erratischer agierenden Sahra Wagenknecht (und sind dann wohl zur SPD oder den Grünen abgewandert), andere ihr vielleicht ihre Bereitschaft zum Mitregieren übelgenommen (und sind dann vielleicht bei einer linken Kleinpartei gelandet oder der Wahl gleich ganz ferngeblieben).

Unter dem Strich bleibt leider nur das Fazit: s.o.

Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Der Volksentscheid "Deutsche Wohnen & Co. enteignen" in Berlin hatte gestern Erfolg. Mehr als eine Million Berliner sprachen sich für das Vorhaben aus. Damit ist das nötige Quorum überschritten.

Ach, und bei der Gemeinderatswahl in Graz hat gestern ziemlich überraschend die Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) gewonnen...

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Donnerstag, 23. September 2021

EFFEKTIVE KLIMAPOLITIK
ERFORDERT
ECHTE DEMOKRATIE

Donnerstag, 23. September 2021, 08:41

Wir wissen, dass es höchste Zeit ist, in unserer Lebens- und Wirtschaftsweise energisch umzusteuern, um uns die Erde als Lebensraum zu erhalten.

Wir wissen auch, wer gegen alle Vernunft und Erkenntnis für ein "Weiter so" plädiert: Es sind die (wenigen) Profiteure des gegenwärtigen, auf gnadenloser Ausbeutung von Menschen und endlichen Ressourcen basierenden Wirtschaftssystems - die Fürsprecher von fossilen Energien, Auto- und Chemieindustrie.

Solange wir lediglich alle paar Jahre unsere Stimme abgeben für Vereinigungen von Berufspolitikern, die von mächtigen Wirtschafts-Lobbyisten umgarnt werden und sich von ihnen die Gesetze diktieren lassen, werden die notwendigen Veränderungen zur Erreichung bestimmter Klimaziele entweder gar nicht oder aber nur allzu langsam kommen.

Daher sollten wir zwar kurzfristig eine Partei wählen, die den Schutz unserer Umwelt einigermaßen ernst nimmt, mittelfristig aber auf Echte Demokratie hinwirken - denn:

ES GEHT UM UNSER ALLER ZUKUNFT!

(Da es sich bei den oben genannten Profiteuren, Fürsprechern, Berufspolitikern und Lobbyisten großenteils um alte, weiße reiche Männer handelt, habe ich in diesem Fall aufs Gendern verzichtet.)

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Samstag, 11. September 2021
Die Linken und die Außenpolitik
Samstag, 11. September 2021, 11:18

Ich würde mich, ohne parteipolitisch gebunden zu sein, als Linken bezeichnen; und sollte ich erklären, was dies denn sei, "linke" Politik, so würde ich antworten: Der Versuch, jahrhundertealtes ererbtes und akkumuliertes Unrecht zu überwinden und einen "sozialen Ausgleich" zu schaffen, nicht nur innerhalb irgendwelcher Landesgrenzen, sondern weltweit. Insofern hat linke Politik auch immer einen internationalen, über das nationalstaatliche hinausweisenden Aspekt.

Nun wird den Linken (und damit meine ich jetzt die gleichnamige Partei) von ihren potentiellen Koalitionspartnern (Grünen und SPD) immer wieder "ein deutliches Bekenntnis zur NATO" abverlangt. Aber wieso eigentlich? Die NATO ist ein Überbleibsel des Kalten Krieges, sie wurde gegründet gegen die seit 30 Jahren nicht mehr existierende Sowjetunion, und in diesem sogenannten "Nordatlantikpakt" sind heute so atlantikferne (und fragwürdig regierte) Länder mit Deutschland verbündet wie Türkei, Ungarn und Polen.

Da in einem nach den neuesten Umfragen wohl rechnerisch möglichen Bündnis von SPD, Grünen und Linken letztere höchstwahrscheinlich leider die kleinste Geige spielen würden, stünde ein Austritt aus der NATO ja ohnehin kaum zur Debatte, auch wenn es wohl sehr sinnvoll wäre, etwaige Militäreinsätze (die in extremen Fällen, wie z.B. bei den Völkermorden in Europa 1939-1945 oder in Ruanda 1994, geboten sein mögen) über die UNO-Vollversammlung zu organisieren.

Viel wichtiger erscheint mir allerdings, endlich die globalen Probleme hinsichtlich Elendsbekämpfung und Umweltschutz anzupacken, und das geht nun einmal leider nicht mit den Besitzstandswahrern der kapitalistischen Weltordnung, für die vor allem CDU/CSU, FDP und AfD stehen.

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Samstag, 3. Juli 2021

The Doors

Samstag, 3. Juli 2021, 00:29

The Doors
... so krass!

Gesang: Jim Morrison
Gitarre: Robby Krieger
Schlagzeug: John Densmore
Orgel: Ray Manzarek

Was fällt auf?

Die hatten gar keinen Bass!

Die einzige Band ohne Bass, die ich sonst noch kenne,
sind Abstürzende Brieftauben!

Aber die waren ja auch nur zu zweit...

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Donnerstag, 24. Juni 2021
Neue Wahlempfehlung
Donnerstag, 24. Juni 2021, 13:18

Okay: Armin eine Lusche, Annalena naiv, Olaf ein seelenloser Apparatschik - dann wählen wir doch lieber sie hier:


Hat den selben Geburtstag wie das Grundgesetz...

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Sonntag, 13. Juni 2021
Ein paar grundsätzliche Überlegungen:
Was ist bloß mit uns Linken los?
Sonntag, 13. Juni 2021, 12:18

Wieso kommen wir in öffentlichen Debatten gefühlt kaum vor? Weshalb gelingt es uns nicht, unsere Themen zu setzen? Warum haben die Rechten seit Jahren die Diskurshoheit?

Wir Linken (und das meine ich parteiübergreifend) haben doch die beste Lösung für all die drängenden Probleme unserer Zeit: Gerechtigkeit! Wir kämpfen seit jeher gegen Unterdrückung und Ausbeutung, national und international. Daher sollten doch wir und nicht die rechten Besitzstandswahrer oder Reaktionäre den Weg in die Zukunft weisen.

Gewiss: Wenn wir propagieren, dass die (wenigen) Reichen etwas abgeben müssen von ihrer Macht und ihrem Besitz, um Armut und Elend auf dieser Erde zu beseitigen, dann befürchten viele in den "reichen Ländern" um ihren (relativen) Wohlstand und gehen deshalb nationalistischen Rattenfängern auf den Leim. Dabei ist es ein einfaches Rechenexempel: Wenn wir weltweit die Vermögen, die Bodenschätze und die Produktionsmittel auf den Tisch legen und pro Kopf verteilen würden, hätten 99% hinterher mehr als zuvor.

Jeder Mensch könnte heutzutage schon, ohne arbeiten zu müssen, auf dem Niveau des jetzigen bundesdeutschen Existenzminimums leben - mit ausreichend Nahrung, Kleidung, Wohnung, Heizung, sauberem Trinkwasser, Strom- und Internetanschluss; wahrscheinlich ohne eigenes Auto, aber dafür mit einem kostenlosen ÖPNV-Ticket. Dass so nebenbei auch die Armutsmigration wegfiele (sowie die teuren Grenz- und Abschottungsanlagen, die heute noch die Reicheren von den Ärmeren schützen sollen) und alle dort leben könnten, wo sie möchten, braucht kaum gesondert erwähnt werden.

Warum also verlieren wir uns in kleinlichen Themen wie Benzinpreiserhöhung oder Gendersternchen? Wir sollten das große Thema Gerechtigkeit wieder dick auf unsere Fahnen schreiben und damit selbstbewusst gegen all jene antreten, die ihre alten Privilegien (die für die allermeisten nur vermeintliche sind) um jeden Preis verteidigen wollen. Denn nicht nur wir, auch sie hätten eine bessere Welt zu gewinnen - in der wir dann endlich gemeinsam anstatt gegeneinander unsere vielfältigen ökologischen Probleme zu lösen versuchen könnten.

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Montag, 24. Mai 2021
Leserbrief zu "Ich war 2020 in 35 Ländern";
ZEIT vom 20. Mai 2021, S. 62f
Montag, 24. Mai 2021, 11:48

Auf Weltreise gehen, bloß um Länder und Regionen "abhaken" zu können...?!?

Reisen waren früher m.o.w. unvermeidliche Ortsveränderungen aus ökonomischer Not (zum Zwecke der Auswanderung, des Eroberungskrieges oder des Handels). Später wurden sie für eine kleine (aber stetig wachsende) Klientel das (relativ seltene) Vergnügen (oder Abenteuer), fremde Orte, Kulturen und Menschen kennenzulernen; mit dem Massentourismus à la Neckermann & Co. ging es dann Vielen vor allem darum, sich bei exzessivem Sonnenbaden und/oder Fress- und Sauf-Orgien vom alltäglichen Arbeitstrott zu "erholen".

Nun ist es offenbar schick, möglichst viele Destinationen "gesehen zu haben" - für zwei Stunden durch Venedig, Barcelona, Dubrovnik, Rio, Tokio laufen und möglichst viele Selfies an den richtigen Stellen schießen. Die Schattenseiten dieses Binge-Tourismus v.a. für die Bewohner dieser (inzwischen kaum noch) attraktiven Reiseziele sollten sich inzwischen herumgesprochen haben. Aber der massive ökologische Schaden, den dieses teure Hobby der (immer noch) oberen Zehntausend unserer aller Umwelt antut, scheint noch nicht ganz im Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit (oder aber der ZEIT-Leserschaft und ZEIT-Reise-Redaktion) angekommen zu sein.

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Leserbrief zu "Töten, um zu schützen?";
ZEIT vom 20. Mai 2021, S. 29f
Montag, 24. Mai 2021, 11:05

Was sind das eigentlich für Menschen, denen es Freude bereitet, reihenweise imposante, vom Aussterben bedrohte Säugetiere mit großkalibrigen Waffen grundlos abzuknallen, um dann Teile der Kadaver abzutrennen und als Trophäen für solcherlei heimtückische Morde bei sich zu Hause auszustellen?

Und was sagt die Tatsache, dass diese Leute imstande sind, für dieses abartige, kranke "Vergnügen" jeweils mehrere zehntausende Euro auszugeben (mithin mehr, als Durchschnittsverdienende in den Ländern, in denen derlei Safaris stattfinden, in ihren ganzen Leben erwirtschaften), eigentlich über unsere postkoloniale kapitalistische Weltwirtschafts-"Ordnung" aus?

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Samstag, 22. Mai 2021
Das Denken der Anderen
Samstag, 22. Mai 2021, 14:44

Twitter ist ja (soweit ich - weiser alter Mann resp. Boomer - weiß) das Shitstorm-Medium schlechthin; auch ich versuche dort mit rasant überspitzt formulierten Provokationen endlich mal ein solches Unwetter zu entfachen, ernte aber nur magerste dümmste Repliken. Einen kleinen Gedanken- bzw. Schlagabtausch unter dem seinerzeitigen Syphtwitter-Top-Trend-Tweet-Hashtag #BaerbockVerhindern mit einer jungen Grünen-Gegnerin (Selbstbeschreibung: "I'm not here for followers, I'm just bored - Gegen #klimagaga und FFF") mitsamt einer für mich dann doch noch überraschenden Wendung möchte ich hier dennoch dokumentieren (alle Tippfehler im Original - Auslach- und Kotz-Smileys weggelassen):

ICH:
Haha, ich liebe es wie die ganzen alten Säcke jetzt das große #Fracksausen kriegen und um jeden Preis #BaerbockVerhindern wollen - ihr habt verkackt, #Boomer! In aller Welt die unverdiente #Kohle verprassen und die #Umwelt verpesten ist nicht mehr! Gewöhnt euch dran! #Mutti2021

SIE:
Immer wieder bewundernswert das man denkt es sind , ich zitierte dich "alte Säcke ". Bei mir im kreis sind es alle u30 die gegen die Grünen sind wir verpesten lieber weiter die Umwelt und verhindern diese komische baerbock sau :)

ICH:
Es soll auch unter jungen Leuten kurzsichtige, egomanische und komplett unsolidarische Arschlöcher geben.

SIE:
Gott sei dank gibt es die, sonst wäre dieses Land schon längst mit den ökowaldorfgrünen untergegangen

ICH:
Ach so, Umwelt verpesten, um dieses Land zu retten - dass dabei die gesamte Erde unbewohnbar wird, ist dann ja egal.

SIE:
Unbewohnbar alda komm doch mal klar als ob es mich juckt was in 100 Jahren hier abgeht,weder mich noch meine Kinder interessiert das , weil wir dann schon längst nicht mehr da sind

ICH:
Nach mir die Sintflut - asozialer geht's natürlich nicht. Auf die Idee, dass deine Kinder vielleicht auch selber mal Kinder haben könnten, bist du Spatzenhirn offenbar noch nicht gekommen...

SIE:
Doch und ? Deren leben werde ich doch nicht mehr mitbekommen man muss im hier und jetzt sein Leben voll auskosten, und nicht nachdenken was in zig Jahren mal ist

ICH:
"Anything goes. Und wenn's mir Spaß macht, darf ich auch Kinder ficken, Juden vergasen oder ne Atombombe zünden - ist doch eh alles Wurscht." Und ihr wollt irgendwas vor irgendeinem Untergang bewahren? Ihr SEID der Untergang (und zuallererst euer eigener).

SIE:
Also ich weiss nicht wie du auf so ekelhafte sachen kommst, wahrscheinlich würdest du das gerne alles selber machen aber gegen grüne und FFF zu sein und das was du da oben beschreibst sind 2 verschiedene Schuhe .Du bist ja ekelhaft
Und wahrscheinlich auch noch rechts

ICH:
Ich habe nur deine Aussagen konsequent weitergesponnen. Und rechts sind so rücksichtslose Leute wie du, die meinen, es gehe darum, sein Leben jetzt voll auszukosten, ohne an Andere zu denken.

SIE:
Nene lass mal da kommst du jetzt nicht mehr raus solche Sachen sagen nur Menschen die Rechts sind und mit so einem pack will ich gar nicht diskutieren ekelhaft

ICH:
Du bist echt nicht die Hellste...

SIE:
Geh du mal lieber zu deinem rechtem haufen

Ich halte fest: Auch wenn ich (doch wohl zu Unrecht) in die rechte Ecke gestellt wurde (oder ist meine teilweise explizite Wortwahl bereits traumatisierend und mithin gewalttätig?), hat sich die junge Frau offenbar (1.) vor den aus ihren Aussagen folgenden Weiterungen geekelt und (2.) immerhin schonmal gelernt, dass politsich rechts gleich ekelhaft ist. Hat sich das kleine Geplänkel also womöglich doch noch gelohnt...?!?

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Donnerstag, 20. Mai 2021
Die Mär vom "linken Antisemitismus"
Donnerstag, 20. Mai 2021, 08:22

Gerne wird aus mehr oder weniger rechten Kreisen Kritik an der Politik der israelischen Regierung, und sei sie noch so sachlich und ausgewogen, pauschal als "Israel-Hass" und "Antisemitismus" verunglimpft und so nicht nur die Kritik, sondern auch die Kritikerin ins gesellschaftliche Abseits gestellt (jüngstes Beispiel: Greta Thunberg). Daher möchte ich hier darüber aufklären, warum es "linken Antisemitismus" nicht gibt und auch gar nicht geben kann.

Dazu müssen wir uns vielleicht erst einmal klarmachen, wofür die verschiedenen politischen Richtungsmetaphern eigentlich stehen:

Rechte (Konservative) stehen für einen (aus historischem Unrecht gewachsenen) Status quo, von dem sie profitieren (oder zumindest meinen zu profitieren); es sind also Besitzstandswahrer.

Rechtsextreme (Reaktionäre) stehen für einen Status quo ante, wollen also zurück zu einem Gesellschaftszustand vor irgendwelchen jüngeren Fortschritten, den sie idealisieren; sie sind also rückwärtsgewandt.

Nationalisten (Nazis) stehen für den verqueren Gedanken, dass die eigene Nation und das eigene Volk (bzw. deren Angehörige) mehr Rechte haben sollten als Andere (und sei dies auch "nur" im "eigenen" Staat).

Linke (Progressive) dagegen sind Internationalisten; sie glauben an die grundsätzliche Gleichberechtigung aller Menschen und kämpfen für Emanzipation auf allen Ebenen. Sie unterscheiden nicht nach Rassen (oder Religionsgruppen), sondern allenfalls nach Klassen (Besitzlose/Ohnmächtige/Unterdrückte/Ausgebeutete hier, Reiche/Mächtige/Unterdrücker/Ausbeuter da).

Überflüssig hoffentlich zu erwähnen, dass derlei "Klassenzugehörigkeit" relativ, veränderbar und vielschichtig ist. (Wohnungslose in der BRD sind z.B. im Vergleich zu solchen in ärmeren Ländern immer noch relativ privilegiert, wenn sie auch innerhalb des Landes zu den Bedürftigsten gehören; ein armer Schlucker kann durch eine unverhoffte Erbschaft oder einen Lottogewinn plötzlich in die Gruppe der Wohlhabenden aufsteigen usw.)

Das Schöne ist: Diese Klassengegensätze ließen sich auflösen, ohne dass dabei Menschen zu Tode kommen oder auch nur verletzt werden müssten; allenfalls einige wenige Superreiche sollten wohl ein paar Milliarden abgeben.

Zurück zum Thema: Nur wenige, die sich "links" nennen, sind so dumm, die Mär des "Finanzjudentums" (wie es gerne heute noch von vermeintlichen "Quer- oder Selbstdenkern" reproduziert wird) zu glauben. Aufgeklärte Linke wissen, dass der Hauptwiderspruch ein ökonomischer ist, und dass Menschen nach ihrem jeweiligen Handeln beurteilt und ggf. dafür kritisiert werden sollten, nicht nach ihrer Herkunft oder ihrer Staats- und/oder Religionszugehörigkeit.

Und zum Schluss eine Frage an all Jene, die das Wort "Antisemitismus" inflationär verwenden (vergleichbar mit selbsternannten, "Querdenkern", die bei jeder Corona-Maßnahme gleich "Faschismus" rufen): Ist euch schon einmal der Gedanke gekommen, dass ihr damit den tatsächlichen Antisemitismus relativiert?

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Mittwoch, 19. Mai 2021
Facebook sozialisieren
Mittwoch, 19. Mai 2021, 08:01

Facebook könnte so etwas wie die Keimzelle einer weltweiten Basisdemokratie werden - eine Plattform, auf der alle Interessierten gleichberechtigt debattieren und mitentscheiden könnten. Dazu müsste es allerdings zuerst vergesellschaftet werden - also vom Besitz der Facebook Inc., deren Ziel es ist, durch Konsumpropaganda (vulgo "Werbung") und dubiosen Datenhandel möglichst viel Gewinn für seine Anteilseigner zu generieren, in Eigentum der Allgemeinheit überführt werden.

So wie der Weltpostverein seit 1874, dem heute praktisch alle Staaten der Vereinten Nationen angehören, sollte auch Facebook die Dachorganisation für ein weltumspannendes Kommunikationsmittel werden, dessen Algorithmen künftig nicht länger der Blasenbildung und möglichst großer Erregungserzeugung dienen, sondern vielmehr der möglichst breit gestreuten Information und sachlichen Diskussion.

Hab gleich mal wieder ne entsprechende Petition gestartet und natürlich(?) auch eine Facebook-Seite dazu erstellt; mal sehn, wie lange die online bleibt und ob ich da am Ende noch Ärger mit den Zuckerbergern kriege...

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Mittwoch, 28. April 2021
Plädoyer für eine
Zeitgemäße Planwirtschaft
Mittwoch, 28. April 2021, 09:38

"Planwirtschaft?!?" Da denken die Allermeisten sofort an die unselige DDR, an Engpässe ohne Ende, lange Schlangen vor Geschäften und Mangel allerorten, kurz: an Misswirtschaft. Da bevorzugen wir natürlich die gute alte (und vielleicht auch "soziale") Marktwirtschaft - auch wenn sie hier und da ihre Schattenseiten haben mag.

Meist sind diese Schattenseiten ja für uns, die wir auf der Sonnenseite leben, nicht wirklich gut zu erkennen. Sicher, es wird "bei uns" eine ganze Menge weggeworfen, Lebensmittel zum Beispiel, während in anderen Weltgegenden, "wo sie es nicht hinbekommen", Elend und Hunger herrschen; und natürlich gibt es einige obszön superreiche Multimilliardäre, die mehr Geld ("verdient" oder geerbt) haben, als sie jemals ausgeben könnten - aber hey, das sind offenbar unvermeidliche Nebeneffekte eines auf Wettbewerb basierenden Wirtschaftssystems, das doch anscheinend unterm Strich für alle das Beste herausholt.

Allerdings kommen bei Vielen allmählich Bedenken auf, ob uns das ökonomische Dogma vom ewigen Wirtschaftswachstum nicht womöglich in eine ökologische Sackgasse (bzw. sogar eher in einen Abgrund) führt; und so Mancher mag sich auch fragen, ob unser Gesellschaftssystem, das darauf beruht, möglichst viel zu arbeiten (oder zumindest in Konkurrenz zu seinen Mitmenschen möglichst viel "Geld zu machen") und dann wiederum möglichst viel zu konsumieren, nicht eigentlich einem ziemlich traurigen Hamsterrad ähnelt.

Permanente Bedarfsermittlung statt Fünf-Jahres-Pläne

Die Gründe, warum die Planwirtschaft in der Sowjetunion und ihren Vasallenstaaten gescheitert ist, sind vielfältig. Der Hauptgrund dürfte allerdings sein, dass an den Bedürfnissen der Menschen vorbeigeplant wurde. Ob es nun so war, dass die obersten Funktionäre diese Bedürfnisse ignorierten (weil sie das Volk umerziehen oder sogar lieber private Interessen verfolgen wollten), oder ob sie diese Bedürfnisse gar nicht wirklich kannten und kennen konnten, sei dahingestellt - jedenfalls hat sich das Modell, in dem eine kleine Clique von (im besten Fall mehr oder weniger wohlmeinenden) Apparatschiks Fünfjahrespläne für Millionen aufstellten, nicht besonders bewährt (um es euphemistisch auszudrücken). Allerdings waren die kommunikationstechnischen Möglichkeiten damals auch noch nicht wirklich reif für eine basisdemokratische (oder, wie es damals genannt wurde: kommunistische) Bedarfsermittlung.

Was aber spräche dagegen, wenn wir heutzutage unsere Einkaufszettel ins Internet eingeben würden und auf Basis dieser Daten dann genau das produziert würde, was benötigt wird - nicht mehr und auch nicht weniger? Butterberge und Milchseen, all die teuren Überproduktionen würden der Vergangenheit angehören, und (wichtiger noch) es gäbe auch keinerlei Mangel mehr.

Ebenso ließe sich die für den ermittelten Bedarf aufzuwendende Arbeit (die durch solch eine funktionierende permanente Planwirtschaft sicherlich insgesamt weniger werden würde) neu verteilen - die traditionelle 40-Stunden-Woche aus der Zeitalter der Dampfmaschine könnte zugunsten flexibler Arbeitszeitgestaltungssysteme (zumindest für jene, die dies wünschen) überwunden werden.

Freilich - dazu bedürfte es staatlicher Wirtschaftslenkung, die großen Konzerne des produzierenden und dienstleistenden Gewerbes müssten zuvor in gesellschaftliches Eigentum überführt werden. Ich glaube allerdings, dass sich dafür in einer echten, permanent plebiszitären Demokratie (in der wir eben nicht nur unsre Einkaufszettel, sondern auch unsere "politischen Wunschzettel" jederzeit ins Internet eingeben könnten) leicht eine Mehrheit finden ließe, da schließlich die überwiegende Mehrheit (und in nicht-materieller Hinsicht sogar ausnahmslos alle Menschen) davon profitieren würden.

Kaum auszudenken, was die Menschheit alles sparen könnte, wenn all die sündteuren Maßnahmen (Grenzen, Zäune, Mauern, Sicherheitssysteme), die letztlich nur dazu dienen, Besitzunterschiede aufrechtzuerhalten, endlich wegfallen könnten - und was für ein befreiendes Gefühl es sein muss, seinen Mitmenschen endlich als Gleicher unter Gleichen (und nicht länger als Konkurrenten, die es nur auf das eigene Geld abgesehen haben) gegenübertreten und in die Augen schauen zu können.

Wenn wir (z.B. als Touristen) aus dem "reichen Westen" uns nicht fast immer und überall nur als Melkesel fühlen müssten - oder als "Wohlhabende" nicht immer argwöhnen müssten, dass es alle mit ihrer Freundlichkeit doch vor allem auf unsere Kohle abgesehen haben...

Und da schau her - eine Petition, die genau dies auf den Weg bringen könnte, gibt es ja bereits.

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Aus leider schon wieder gegebenem Anlass:
Mittwoch, 28. April 2021, 08:00


Einer hat keine Eier,
ein Anderer kein Herz;
der Eine heißt Armin Laschet,
der Andere Friedrich Merz!

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Montag, 26. April 2021
Wieder ein Vorschlag zur "Sprachhygiene":
N****kuss > Elbenschiss
Montag, 26. April 2021, 08:25

Da der Hasstag Haschtag Hashtag #Negerkuss letzten Samstag Top-Thema bei Twitter war und ich Alternativen wie Schoko-Kuss oder Schaumgebäck (mit Migrationshintergrund) wenig überzeugend finde, habe ich mir die (wie ich finde einigermaßen treffende) Bezeichnung ELBENSCHISS einfallen lassen - vielleicht könnte sie ein wenig Ruhe in die Debatte bringen...?

Na gut - ElbenBISS ginge natürlich auch...

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Montag, 19. April 2021
Mutti 2.021 (#IchHabBaerbock)
Montag, 19. April 2021, 12:46

Zwar sind mir die Grünen spätestens seit ihrer unseligen Mitregierungszeit 1998-2005 (inklusive Jugoslawien-Bombardierung, Gesundheitsdeform und "Agenda 2010") einigermaßen suspekt, aber wenn es darum gehen sollte, ob eine Lusche wie Laschet bzw. ein Blöder wie Söder für die korrupten und wirtschaftslobbyhörigen C-Parteien (wobei das C für "Capitalism" steht) erster alter weißer Mann (!) im Staate werden soll oder doch lieber diese relativ (!) junge, unverbrauchte ("keine Regierungserfahrung": umso besser), leicht asiatisch aussehende Mutti (!!), dann würde ich eventuell fast noch einmal (wie Anno 1987, als es noch weder PDS/Linke noch PARTEI gab) bei denen mein Kreuzchen machen; denn:
#IchHabBaerbock!

Nachtrag: Da es eine solche direkte Stichwahlmöglichkeit bislang nicht gibt, sondern die Regierung nur indirekt über die Parteien gewählt werden kann, würde ich mich natürlich weiterhin für eine starke Linke einsetzen (und sicherlich auch so wählen), denn mit einer "schwarzgrünen" (oder "grünschwarzen") Koalition wäre ja nicht allzuviel gewonnen; es müsste schon eine Regierung von Grünen, Spezialdemokraten und (starken) Linken zustandekommen, damit überhaupt ein wenig Hoffnung aus halbwegs progressive Politik sprießen kann.

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Freitag, 16. April 2021
Warum werden wir eigentlich von solchen Luschen regiert?
Freitag, 16. April 2021, 07:53

Wieso entscheiden eigentlich einige wenige Berufspolitiker:innen, deren einzige Expertise meist darin besteht, von ihren Parteiorganisationen aufgestellt und hinterher gewählt zu werden und die von mehr oder weniger dubiosen Lobbyist:innen ihre Meinungen und Gesetze eingesagt bekommen, darüber, wie wir heute und in Zukunft leben sollen?

Weshalb dürfen wir bloß alle paar Jahre zwischen wenigen Parteien und Kandidat:innen das für uns kleinste Übel auswählen und müssen ansonsten ohnmächtig verfolgen, was diese Gewählten in unserem Namen anrichten - es sei denn, wir scheuen den Aufwand nicht, selbst in eine Partei einzutreten und dann Politik zu betreiben in Strukturen wie in einem Kegelverein?

Warum gibt es nicht eine Bürger:innen-Beteiligungs-Plattform (wie Facebook, allerdings ohne "Werbung" und kommerzielle Interessen), in der wir alle bei Interesse über die ganz konkreten Fragen der Tagespolitik mitdiskutieren und gleichberechtigt mitentscheiden können?

Könnten wir bei komplexen Problemen nicht unsere Stimmen an für uns glaubwürdige Experten übertragen, anstatt den von uns nolens volens gewählten "Volksvertrer:innen" vertrauen zu müssen?

Sollte es nicht auch möglich sein, Entscheidungen, die zwar irgendwann einmal mehrheitlich getroffen wurden, sich aber mittlerweile als fehlerhaft erwiesen haben, mit neuen Mehrheiten zu revidieren?

Und wäre es nicht schön, wenn wir als Gesellschaft in einem ständigen Aushandlungsprozess unsere gemeinsamen und individuellen Lebensbedingungen sukzessive optimieren könnten?

Ich frage ja nur...

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Zur Petition Weiterentwicklung: Demokratie
Das Prinzip Permanentes Plebiszit

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Charles Bukowski



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