[aʊχ das nɔχ]
Mittwoch, 22. März 2017
Der Wahlkrampf hat begonnen:
SPD oder Grüne wählen
für eine solidarischere Politik?
Mittwoch, 22. März 2017, 14:11

An alle, die damals noch zu jung waren oder es heute schon vergessen haben: es war die SPD unter Kanzler Gerhard Schröder in Koalition mit den Grünen (Außenminister Joseph Fischer), die ab 1998 nach 16 Jahren Helmut Kohl* den Sozialstaat durch die „Gesundheitsreform“ und Agenda 2010 (Hartz IV usw.) mehr oder weniger abgeschafft und nebenbei auch noch die Verfassung gebrochen hat, indem sie die Bundeswehr (laut Grundgesetz eine reine Verteidigungsarmee) Kosovo und Jugoslawien bombardieren ließ und später auch Afghanistan (SPD-Kriegsminister Volker Struck: „Unsere Sicherheit wird (...) am Hindukusch verteidigt“).

Im derzeitigen Bundestag hätten Spezialdemokraten, Olivgrüne und Linke eine Mehrheit und könnten gemeinsam einen Kanzler wählen – aber Kandidat Peer Steinbrück und seine Parteigänger zogen es vor, sich als Juniorpartner abermals für eine „Große Koalition“ herzugeben und Angela Merkel weitere vier Jahre „alternativlose Politik“ zu ermöglichen; „weiter so“ also für die Wirtschaft getreu dem Wachstumsdogma, mit der „schwarzen Null“ (d.i. Wolfgang Schäuble) und Rettung und Stützung des Bankensektors auf Kosten und zu Lasten der kleinen Leute von Griechenland bis Bitterfeld (wie auch von Martin Schulz als EU-Präsident mitgetragen), anstatt eine eigene Politik sozialen Ausgleichs zu wagen.

Steinbrück ist übrigens inzwischen Bankberater, Schröder immer noch gut im Geschäft mit Nord Stream AG (Gazprom) und Fischer als Lobbyist u.a. für Siemens, BMW und RWE tätig. In Baden-Württemberg hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann für die Grünen derweil bewiesen, dass auch sie im Sinne der Wirtschaft „regierungsfähig“ sind.

Wer angesichts dessen immer noch glaubt, eine Stimme für SPD oder Grüne würde zu solidarischer, sozialerer Politik führen, darf wohl als naiv bezeichnet werden. Eine kleine Hoffnung bleibt indes: Vielleicht könnte ja eine möglichst stark gewählte Linke im nächsten Bundestag helfen…?
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* Spitzensteuersatz unter Kohl: 56 bzw. 53 Prozent – heute 42 bzw. 45 Prozent; die SPD hat also eine Politik (mit)gemacht, welche die Höchsteinkommen zu Ungunsten der Allgemeinheit entlastet.

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Dienstag, 21. März 2017
Pegida-Pattaya-Connection
Dienstag, 21. März 2017, 12:17

Als ich gestern im WDR die Doku Nie mehr Deutschland - Letzte Ausfahrt Pattaya sah, wurde mir klar, warum der "kleine Mann" in Doitschland oftmals gar kein Interesse hat an einer halbwegs gerechten Welt, in der dann auch keiner mehr aus wirtschaftlichen Gründen "flüchten", für Spottgelder arbeiten (und so das Lohnniveau drücken) oder kriminell werden müsste: weil dann auch die ganze Elendsprostitution in Ländern wie Thailand, die so viele Frührentner aus dem "reichen Westen" in Anspruch nehmen, da sie sich anderweitig keiner Frau mehr zumuten könnten, ihr Ende fände.

Wie die Doppelmoral dieser Herrschaften funktioniert, zeigt meines Erachtens ganz gut das auf deutsch in Pattaya erscheinende Magazin "HALLO", welches z.B. aktuell einen herzerweichenden Bericht über zwangsverheiratete Minderjährige im Grenzgebiet zwischen Myanmar und Malaysia enthält, in dem natürlich die Bösen Muslime sind - und direkt daneben Reklame macht für "das beliebte Jade House", in dem 20 bis 30 freundliche Damen den Gästen beim Stressabbau behilflich sind und dessen Fratzbuch-Seite verheißt: "Bei uns wird auch am Tage geduscht!"

Fragt sich nur, ob der Dreck, den die Kundschaft da mitbringt, sich so einfach abduschen lässt...

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Donnerstag, 16. März 2017
AMPHORISMUS
Donnerstag, 16. März 2017, 19:53

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Der Wahlkrampf hat begonnen:
Wahlhilfe
Donnerstag, 16. März 2017, 19:33

Ich würde gerne (zur Not alleine, lieber aber natürlich gemeinsam mit Gleichgesinnten) in den kommenden Wahlkämpfen auf die Straße gehen und z.B. die AfD-Stände abklappern – aber nicht, um die Leute dort mit Sprechchören und Getriller mundtot zu machen (und sie so in die Märtyrerrolle zu heben), sondern um ihnen ganz geduldig (wie bei kleinen Kindern) zu erklären, dass Nationalismus nicht nur ein unsympathisches, sondern auch ein gestriges und dummes Konzept ist, dass auch für seine Verfechter (und vermeintlichen Nutznießer) zu nichts Gutem führen würde, sondern nur zu Hass, Gewalt und Krieg.

Und wenn unterwegs noch andere Parteistände des Weges lägen, wäre dort sicherlich auch Anlass und Gelegenheit zu kontroversen und konstruktiven Diskussionen...

Wer mitmachen würde, möge jetzt bitte der Fratzbuch-Gruppe "Wahlhilfe geben" beitreten!

Sehen wir uns...?!?

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Der Wahlkrampf hat begonnen:
Ein paar Binsenweisheiten* über Wirtschaft
Donnerstag, 16. März 2017, 18:36

Wenn jedermensch Zugang zum Internet hätte, könnten wir alle unsere Einkaufslisten direkt dort eingeben – und dann könnte (weltweite Demokratie vorausgesetzt) genau das produziert und bereitgestellt werden, was gebraucht wird, ohne die riesigen Verluste, welche die sogenannte „Freie Marktwirtschaft“ durch Fehl- und Überproduktion hier und Unterversorgung da ständig und zwangsläufig verursacht.

Dies wäre echte, demokratische, permanente Planwirtschaft – nicht zu verwechseln mit dem gescheiterten Projekt, bei dem eine kleine Clique von Funktionären irgendwelche weltfremden Fünfjahrespläne dekretierte.

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Der Wahlkrampf hat begonnen:
Ein paar Binsenweisheiten* über Freiheit
Donnerstag, 16. März 2017, 18:16

Freiheit ist ein großes Wort – und kann vielerlei bedeuten: Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Reisefreiheit...

„Frei“ sein bedeutet erstmal „nicht gefangen“ – aber sind wir nicht alle gefangen in unserer eigenen Welt und unseren Vorstellungen?

Das Recht auf die freie Wahl des Wohn- und Aufenthaltsortes (Reise- und Niederlassungsfreiheit) nennt sich „Freizügigkeit“ und scheint uns im „Freien Westen“ selbstverständlich. Als BRD-Bürger kann ich tatsächlich fast überall hin reisen (sofern ich es mir leisten kann) und mich meist auch dort niederlassen – für Eingeborene ärmerer Länder (z.B. unsere beliebten Reiseziele Marokko, Tunesien, Ägypten, Kenia, Thailand usw.) gilt dies umgekehrt allerdings nicht automatisch, sondern nur für die sehr Betuchten unter ihnen; alle anderen sind nicht erwünscht, es sei denn, sie haben eine gute Ausbildung in einem hier nachgefragten Beruf.

Was aber bedeutet es, wenn ein Arzt, Ingenieur oder Informatiker z.B. aus Indien nach Deutschland kommt, um hier zu arbeiten? Es bedeutet, dass Deutschland als Staat und Gesellschaft sich auf Kosten Indiens bereichert, denn eine gute Ausbildung kostet viel Geld – und dies war übrigens auch der Grund, warum die DDR seinerzeit die Mauer gebaut hat: um diesen ruinösen Brain Drain (Wegzug gut und kostspielig ausgebildeter Fachkräfte in den „Goldenen Westen“) zu stoppen.

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Sonntag, 12. März 2017
Riot @Rotterdam
Sonntag, 12. März 2017, 08:16

Im Wahlkrampf passieren ja manchmal die dollsten Sachen – was allerdings vergangene Nacht in Rotterdam abging, würde ich schon eher als "beängstigend" bezeichnen.

Der niederländische Miniprä Mark Rutte versucht offenbar (kurz vor der Wahl am nächsten Mittwoch), den strammen Max starken Mann zu markieren, wird mit der Eskalation aber wohl eher viele Wähler ins rechtsextreme Lager von Geert Wilders treiben.

Erdoğan wiederum scheint mittlerweile jedes Mittel recht und jedes diplomatische Desaster billig zu sein, um sein Referendum am 16. April durchzudrücken – wahrscheinlich, weil er Grund zu der Befürchtung hat, dass ihm nach seiner Amtszeit als Präsident nicht nur der Verlust der Macht, sondern empfindliche Strafen (Stichwort: Korruption) drohen; so spielt er zunehmend die ultra-nationalistische Karte.

Und seine radikalisierten randalierenden Anhänger gießen natürlich reichlich Wasser bzw. braune Brühe auf die Mühlen aller Rassisten und Islamhasser in Europa.

Da müssen wir uns im Superwahljahr wohl noch auf manch böse Überraschung gefasst machen...

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Freitag, 10. März 2017
So ist es!
Freitag, 10. März 2017, 15:06

Unbedingt lesenswert, was der Soziologe Stephan Lessenich heute in der SZ* schreibt:

(...) Martin Schulz ist der Hoffnungsträger all jener, die den Gesellschaftsvertrag der deutschen Nachkriegsrepublik in Gefahr sehen (...)

Das Kleingedruckte dieses Vertrags lautete in etwa so: Ihr, die politischen und ökonomischen Funktionseliten dieser Gesellschaft, dürft uns, die besitzlosen, aber mit dem allgemeinen Wahlrecht ausgestatteten Massen, im Betrieb und über das Parlament beherrschen, soweit und solange ihr für permanentes Wachstum und steigende Konsummöglichkeiten, ein wenig Umverteilung und die Aussicht auf sozialen Aufstieg für uns und unsere Kinder sorgt.

Und, so der wichtige Zusatzartikel zu diesem Vertrag auf Gegenseitigkeit, wenn ihr die Kosten dieses Arrangements von uns fern und uns dessen Nebenwirkungen vom Halse haltet: nämlich die für ökonomisches Wachstum notwendige Naturzerstörung, die trotz Umverteilung verbleibende Armut, das Wissen um die Gründung hiesigen Wohlstands auf der harten Arbeit von Menschen anderswo auf der Welt, die Aufstiegswünsche auch dieser Menschen für sich selbst und ihre Kinder.

(...)
Die deutsche Angst, oder sagen wir treffender: das Unbehagen breiter gesellschaftlicher Schichten ist (...) das unbestimmte Gefühl, dass sich die Zeiten radikal wandeln, dass die Voraussetzungen der eigenen Lebensweise nicht mehr gesichert sind, dass die "gute alte Zeit" der ungeheuren Privilegierung der westlichen Wohlstandsgesellschaft im Weltmaßstab zu Ende geht - und nicht wiederkehren wird. Es ist die Ahnung, dass der Gesellschaftsvertrag des wohlstandskapitalistischen Zeitalters nicht mehr aufrechtzuerhalten ist - weder von Angela Merkel noch von Martin Schulz. Aber man kann es ja mal mit einem anderen probieren.
(...)
Den Phantomschmerz des deutschen Wohlstandsbürgertums wird der Rückkehrer aus Brüssel womöglich kurzfristig heilen können. Langfristig aber gilt für die Wohlfahrtsgesellschaft genau das, was ihr derzeit auch Martin Schulz noch nicht predigen mag: ihren Wohlstand ernsthaft mit anderen zu teilen.

Dem kann ich nur vollumfänglich zustimmen - und (wieder einmal) auf mein schon etwas älteres, aber doch tagtäglich aktueller werdendes Plädoyer für weltweite gerechte Umverteilung verweisen...
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* SZ vom 10. März 2017, S. 13; leider auch online kostenpflichtig

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Samstag, 4. März 2017
Der Wahlkrampf hat begonnen:
Ein paar Binsenweisheiten* über Steuern
Samstag, 4. März 2017, 10:52

Steuern sind (oder gelten zumindest als) allgemein unbeliebt. Dabei sind sie es, die den Staat und seine Infrastruktur (Schulen, Straßen, Bibliotheken, öffentliche Einrichtungen überhaupt) erst ermöglichen.

Es gibt zwei Arten von Steuern: solche, die alle (auch die Unterprivilegierten) gleichermaßen (bzw. diese ganz besonders) treffen, wie beispielsweise die Mehrwertsteuer; und solche, die der wachsenden ökonomischen Ungleichheit entgegensteuern, etwa Vermögens- und Erbschaftssteuer.

Würde auf alles 100 % Steuer erhoben und wären dafür alle Waren und Dienstleistungen für jedermensch frei zugänglich, bedeutete dies einen Gini-Koeffizienten von Null (= maximale Gleichverteilung). Nun entspräche dies sicherlich niemandes Gerechtigkeitsempfinden; besonders schwere, anspruchsvolle und unangenehme Arbeiten sollten sicherlich mit höherer Entlohnung einhergehen.

Allerdings ist es fraglich, wie viel Ungleichverteilung eine Gesellschaft erträgt (bzw. wie viel ihr sogar nützt) und ab wann die Auswirkungen schädlich werden; eines aber ist sicher: heute und hier auf dieser Welt ist das Ausmaß der Ungerechtigkeit exorbitant negativ.

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Der Wahlkrampf hat begonnen:
Ein paar Binsenweisheiten* über Nationen
Samstag, 4. März 2017, 10:37

Der Begriff der Nation ist noch relativ jung und die Idee des Nationalstaates eine Hinterlassenschaft der französischen Revolution. War diese einst vor über 200 Jahren durchaus fortschrittlich, so muss sie spätestens seit den beiden Weltkriegen als Vehikel für Reaktion und Faschismus gesehen werden.

Menschen mit gemeinsamer Muttersprache können wir Sprachgemeinschaft nennen oder auch Nation („Nationalsprache“). Darüber hinausgehende „Nationalcharaktere“ allerdings sind immer zweifelhafte Konstrukte, die meist zu Zwecken der Exklusion (Ausgrenzung und Abwertung jener, die „nicht dazugehören“) verwendet werden. Dabei ist es im Einzelfall meist schwierig bis unmöglich, klar zu definieren bzw. Einigkeit darüber zu erzielen, wer oder was zu einer Nation gehört und wer oder was nicht.

Letztendlich sind wir alle Bewohner dieses geschundenen und ausgebeuteten Planeten, und der Versuch, der Globalisierung der „Märkte“ (also des Kapitalismus) durch einen Rückzug ins Nationalstaatliche und dessen Aufwertung zu begegnen, ist zum Scheitern verurteilt und kann nur zu Gewalt und Krieg führen.

Um es mit einem Zitat von Pink Floyd zu sagen:
Together we stand – divided we fall…



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Der Wahlkrampf hat begonnen:
Ein paar Binsenweisheiten* über Arbeit
Samstag, 4. März 2017, 10:26

Arbeiten, weil man Geld verdienen muss, um nicht zu verhungern, ist ein hierzulande(!) überkommenes Konzept. Selbstverwirklichung durch Arbeit ist oft auch eher ein frommer Wunsch.

Wer zum Arbeiten gezwungen wird, ist meist unzufrieden und arbeitet schlecht. Wem aber Gelegenheit gegeben wird, im Rahmen seiner Interessen und Fähigkeiten für die Allgemeinheit mitzuarbeiten, wird wahrscheinlich sein Bestes geben und dadurch Anerkennung und Befriedigung gewinnen.

Unter dem Primat des Wirtschaftswachstums wäre es ideal, möglichst viel zu arbeiten (Überstunden zu machen) und dabei möglichst viel zu konsumieren (Hobby: Powershopping). Globalökonomisch und -ökologisch gesehen ist dieses Modell allerdings schlichtweg eine riesige Katastrophe. Um als Menschheit eine Zukunft zu haben, müssen wir lernen (bzw. uns darauf einigen), welche Arbeit notwendig, welche überflüssig und welche schädlich ist.

* Hier gibt es noch mehr Binsen...

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Der Wahlkrampf hat begonnen:
Ein paar Binsenweisheiten über ...
Samstag, 4. März 2017, 10:19
... Steuern

... Arbeit

... Nationen

... Freiheit

... Wirtschaft

(To be continued...)

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Fake News ?!
Ein zwar nicht besonders weltbewegendes,
dafür aber leicht selbst nachprüfbares Beispiel
Samstag, 4. März 2017, 09:41

In der SZ lese ich soeben: Die Adelsschnalle Willem-Alexander Claus George Ferdinand, Prinz von Oranien-Nassau, Jonkheer van Amsberg und König der Niederlande, hat demnächst 50. Geburtstag und lädt dazu Untertanen ein, die genau wie er am 27. April einen runden Geburtstag feiern; nun hätten sich aber statt der knapp bemessenen 150 gleich 11.500 Niederländer angemeldet.

Flugs gegoogelt bzw. wikifiziert: die Niederlande hatten im Jahr 2016 genau 16.979.120 Einwohner. Teilen wir diese Zahl durch 365 (in Schaltjahren am 29. Februar Geborene vernachlässigen wir hier großzügig) kommen wir auf etwa 46.518 Niederländer, die auch am 27. April Geburtstag haben dürften. Da davon aber nur ein Zehntel (oder, wenn wir Jahrestage, die durch fünf teilbar sind, ebenfalls dazuzählen, ein Fünftel) wirklich dieses Jahr einen runden Geburtstag haben, kommen wir auf lediglich 4.652 (bzw. 9.304) Personen - was bedeutet, dass sich entweder eine ganze Menge Unbefugte gemeldet hätten (was dem sicherlich gut organisierten Festkommitee doch bestimmt aufgefallen wäre) oder aber die ganze Verlautbarung irgendwie nicht ganz stimmen kann...

Quod erat demonstrandum

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Mittwoch, 22. Februar 2017
Spuk (bald) vorbei...? Von wegen!
Mittwoch, 22. Februar 2017, 13:05

Die Umfragewerte der AfD brechen ein. In einer repräsentativen Befragung verliert sie zwei Prozentpunkte. Beim Thema Flüchtlinge kann die Partei laut Forsa kaum noch punkten, meldet SpOn - und spontan dachte ich: Schön wär's ja, wenn dieser Scheißverein wieder auf "Normalmaß"* schrumpfen würde...

Allerdings hat er ja seine "gesellschaftliche Aufgabe" durchaus erfüllt: die (nicht mehr ganz so) Große Koalition macht jetzt genau diese von rechtsaußen immer propagierte Anti-Flüchtlingspolitik - ohne jede Rücksicht auf Verluste; und die Menschen, die den dubiosen Konzentrationslagern vor den geschlossenen Toren und neuerrichteten oder frisch verstärkten Mauern und Zäunen entkommen konnten, ertrinken wieder zu Tausenden im Mittelmeer...

Eigentlich ein "schöner Erfolg" - wenn schon nicht für die Funktionäre der AfD, so doch zumindest für ihre vielen Millionen Sympathisanten.

In der dort beliebten, da "politisch unkorrekten" Sprache der Klientel:
Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan; der Mohr kann gehn!
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* Ich schätze das rechtsextreme Potential im Lande allerdings durchaus auf mindestens zehn bis 20 Prozent.

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Auf den letzten Drücker: Verkleidungstipp
Mittwoch, 22. Februar 2017, 10:03

Ich dagegen gehe - wie immer, obgleich es sich nicht bewährt hat - als asozialer Alki (und so wenig wie möglich vor die Türe)...

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Dienstag, 21. Februar 2017
Der Wahlkrampf hat begonnen
Dienstag, 21. Februar 2017, 12:03

Das war ja so klar wie dicke schwarze Tinte: Kaum entfleuchen dem SPD-Kanzlerkandidaten Chulz zarte Andeutungen, dass diese Scheiß-Agenda vielleicht doch nicht ganz das Gelbe vom Ei war, machen schon die Sturmgeschütze der reinen neoliberalistischen Lehre gegen ihn mobil...

Die Kommentatorin von Springers WELT beispielsweise entblödet sich nicht, zu behaupten, dass die hiesige Gesellschaft seit zehn Jahren stabil ist und der Wohlstand in allen Sozialschichten steigt - was angesichts des immer wieder (z.B. von den Deutschen Wirtschafts Nachrichten(!)) gründlich dokumentierten weiterklaffenden Reichtumsgefälles an Zynismus kaum zu überbieten ist; alternative Fakten eben.

Das sollte jetzt aber nicht zu der Illusion führen, der allfällig gehypete SPD-Mann wäre oder würde jetzt der Rächer der Entrechteten (und würde zu diesem Behufe vielleicht mal ein paar Superreiche (teil)enterben).

Nein, wer wirklich soziale und solidarische Politik will, wird wohl nicht umhinkommen, auch dieses Jahr (meinetwegen auch zähneknirschend) die LINKE zu wählen - auf dass sie (möglichst stark und unübergehbar) in NRW-Landtag und Bundestag einziehe.

Meine Erststimme dagegen bekommt (so sie es denn überhaupt schaffen sollte, in meinem Wahlkreis Direktkandidaten aufzustellen) von ganzem Herzen die PARTEI!

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Tolle Tage und der alte Trott
Dienstag, 21. Februar 2017, 10:46

Geboren in Berlin, aufgewachsen in Düsseldorf, Germanistik und Romanistik studiert - mit Margarethe von Trotta habe ich ja mehr gemeinsam, als ich geahnt hätte...

Heute wird sie 75, und ein paar wichtige Filme (1975: Die verlorene Ehre der Katharina Blum; 1981: Die bleierne Zeit; 1986: Rosa Luxemburg u.a.) hat sie auch gedreht - ich gratuliere also!

Ausweislich ihrer Filmographie hat sie auch in einem Film mit dem schönen Titel "Bierkampf" mitgespielt, den der berüchtigte grandiose Herbert Achternbusch* Mitte der Siebziger mit zahllosen realen angetrunkenen (...) unfreiwilligen Darstellern life auf dem Oktoberfest gedreht hat - es folgt ein (auch zur jetzt langsam heißlaufenden Karnevalssession passender) Ausschnitt:

* Was treibt der eigentlich? Leben tut er wohl noch - zumindest ist nichts Gegenteiliges akten- bzw. wikipedia-kundig...

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Montag, 6. Februar 2017
Kleine Anfrage
Montag, 6. Februar 2017, 22:32

Welches Geschichtsbild und welcher politische Anspruch* stecken eigentlich dahinter, die östlichste Landesrundfunkanstalt "Mitteldeutschen Rundfunk" zu nennen?

* Es gibt einen Norddeutschen und einen Westdeutschen Rundfunk, die auch teilweise ziemlich "mittig" liegen - wieso keinen "Ostdeutschen"? Für mich riecht das nach Revanchismus (Nicht-Anerkennung der Oder-Neiße-Linie)...

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Freitag, 27. Januar 2017
Wer könnte so viel fressen?
Freitag, 27. Januar 2017, 10:59

Ö-Tön, pardon: O-Ton Björn Höcke, Rechtsausleger der ohnehin schon rechtsextremen Arschlöcher für Doofland (AfD):

"Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat."

Merkwürdig - da dieser Herrenmensch ja offenbar glaubt, die Doitschen seien irgendwie etwas Besonderes, müsste er auf ein solches Alleinstellungsmerkmal doch eigentlich stolz sein...

Heute am Holocaust-Gedenktag will dieses Hetzchen, das in gleicher Tirade eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“ gefordert und von einer „dämlichen Bewältigungskultur“ gesprochen hatte, übrigens (gegen den ausdrücklichen Wunsch der Stiftung) das KZ Buchenwald (auch so ein "Denkmal der Schande") besuchen – und wäre ich selber so ein braunes Höckertier, dann würde ich jetzt vermutlich kalauern (bzw. braunauern):
"Am Besten behalten sie ihn gleich da!"

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Ich bin wohl schon zu alt
Freitag, 27. Januar 2017, 09:34
Jeden Morgen in der Bahn
begegnet mir der eitle Wahn:

jeder Smombie, jeder Kotzdepp
wischt wie wild auf seiner WotzÄpp.

Allgemein ist dieser Tick;
und riskier ich einen Blick,

sehe ich (nur noch verzweifelt):
Worte – wie in Scheiß gemeißelt!


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Donnerstag, 26. Januar 2017
Mitmachen beim Umvolken
Donnerstag, 26. Januar 2017, 10:32

Gelegentlich frage ich mich, ob ich irgendwann in naher oder ferner Zukunft Konsequenzen zu gewärtigen haben werde dafür, dass ich bei der "Umvolkung" der Doitschen aktiv mitgewirkt habe, indem ich meine (arischen(?)) Gene mit denen einer Türkin vermengt (sprich: mit ihr ein Kind gezeugt) habe...?!?

Bei aller Bescheidenheit - eine Zwangssterilisierung Einweisung ins Konzentrationslager Folterung und Hinrichtung Respektbekundung in Form eines internationalistischen Ordens oder wenigstens einer Anstecknadel sollte mir und meinesgleichen doch schon zugestanden werden.

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Freitag, 20. Januar 2017
Wishful Thinking: Cock Trumps Ape
Freitag, 20. Januar 2017, 12:07

Heute in einer Woche endet das Jahr des Feuer-Affen, welches einem einschlägigen Horoskop zufolge eine turbulente Zeit verheißen hatte; und turbulent war es, wahrlich, in genau dem negativen Sinne, den der chinesische Fluch meint: Mögest du in interessanten Zeiten leben!

Dazu passt, dass heute der Mann die Weltherrschaft sein Amt antritt, der diese unselige Zeitspanne idealtypisch verkörpert:



Aber Trost ist in Sicht, denn das Jahr des Feuer-Hahns, welches dann am 28. Januar beginnen soll, wird bestimmt gaaanz anders, denn es steht geschrieben:

Man entwickelt mehr Zufriedenheit, kommt mit sich ins Reine. Kraftvoll, selbstbewusst und ehrgeizig schreitet man voran, man konzentriert sich auf die wesentlichen Dinge. (...) Das Element Feuer macht uns stark und hilft uns, die eigenen Überzeugungen mit Nachdruck zu vertreten.

Hoffen wir also against all odds das Beste (was bleibt uns auch sonst übrig?)!

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Nächstes mal bitte mit Zunge...
Freitag, 20. Januar 2017, 10:03

... und Reizwäsche !!!

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Donnerstag, 12. Januar 2017
Bekenntnisse eines Sitzpinklers / Lebenshilfe für Dummies:
Warum mann (!!!) sich beim Pinkeln* hinsetzen sollte
Donnerstag, 12. Januar 2017, 13:32

Viele Typen meinen ja bereits Lob verdient zu haben, wenn sie auf "gemischten Toiletten"* ausnahmsweise mal vor dem Pinkeln die Brille hochklappen (wieder runterklappen muss ja nicht unbedingt sein); dass sie dabei (Zwergwüchsige vielleicht ausgenommen) trotzdem stets danebenschiffen und -tropfen, entgeht ihnen allerdings meist.

Es gibt allerdings noch ein viel gewichtigeres Argument fürs Sitzpinkeln als „Spritzwasser“ (meint: Spritzpisse): Bei Entspannung des Unterleibs, wie sie beim Wasserlassen zwangsläufig geschieht, entfleucht dem Darm leicht einmal ein kleiner Wind (wenn – Zeus behüte – nicht gar Ärgeres), und anstatt diesen von der Hose absorbieren zu lassen (und späterhin verzögert in die Umgebung abzugeben), empfiehlt es sich allemal, den streng riechenden Gruß von der Verdauung in die ja auch dafür vorgesehene Schüssel zu dirigieren und obendrein (sicher ist sicher) mit einem Papierchen nochmal feucht oder auch trocken über die undichte Stelle drüberzuwischen.

Vielen Dank für die geschätzte Aufmerksamkeit; ich hoffe, ich konnte helfen.
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* Gemeint ist natürlich: auf fremden privaten Örtlichkeiten; bei sich zu Hause darf natürlich jeder pissen, wie und wohin er will, ins Wachbecken, in die Badewanne und/oder auch übern Balkon (das dann vielleicht doch lieber nicht), und in öffentlichen Scheißhäusern oder gar im Freien würde ich mich auch nicht hinsetzen wollen.

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Freitag, 6. Januar 2017
Ist Sahra W. noch links?
Freitag, 6. Januar 2017, 11:25

Sahra Wagenknecht hat mal wieder was gesagt, wofür sie von der AfD gelobt und (z.T. reflexartig) von vielen in der eigenen Partei gescholten wird, nämlich „dass über eine gewisse Zeit eine Grenzsituation zugelassen wurde, wo wir noch nicht einmal wussten, wer ins Land kommt. Natürlich ist das ein Problem. Die Zahl der Gefährder hat sich in der Zeit mehr als verdoppelt. Das muss man einfach zur Kenntnis nehmen.

Nun seien wir ehrlich: Freilich planen viele Zugereiste, die vor Krieg und Verfolgung oder einfach „nur“ vor Elend, Armut und Perspektivlosigkeit geflohen sind, in Deutschland möglichst viel Geld für sich (und oft auch ihre daheimgebliebenen Angehörigen) locker zu machen und schrecken dabei teilweise auch nicht vor Sozialbetrug, Drogenhandel, Diebstahl und Raub zurück, und natürlich sind einige tatsächlich undankbar bis unverschämt; und wahrscheinlich gibt es darunter auch solche, die mit dem Vorsatz hierherkommen (oder ihn hier erst fassen), einen Anschlag zu begehen. Nicht alle sind eben so demütig, die Rolle des „christlichen Abendlandes“ als globaler Ausbeuter und Weltpolizist klaglos zu akzeptieren und bescheiden ihr eigenes Plätzlein am unteren Ende der Gesellschaft einzunehmen. Und genau darauf hat Sahra W. auch hingewiesen:

Also dass der Terror jetzt auch Deutschland als Zielscheibe hat, hat ja ganz viel damit zu tun, dass Deutschland sich an vielen Kriegen beteiligt, die in der islamischen Welt vor allem zivile Opfer fordern. Und gerade diese Außenpolitik ist ein wesentlicher Grund dafür, dass wir jetzt so eine hoch brisante Sicherheitslage in Deutschland haben. Und ich wünsche mir, dass wir die endlich überdenken. Weil all diese sogenannten Anti-Terror-Kriege haben den Terrorismus nicht geschwächt, sie haben ihn immer stärker gemacht, sie sind eigentlich komplette Fehlschläge. Und da ist natürlich gerade auch Merkels Verantwortung. Ich erinnere daran, dass Merkel sich sogar damals am Irak-Krieg gern beteiligt hätte. Zum Glück hat sie damals noch nicht regiert und war noch nicht Kanzlerin.

Ich kann verstehen, dass diverse Äußerungen von S.W. (v.a. der wirklich dumme Spruch vom „verwirkten Gastrecht“ vor einem Jahr) manche Linken schockieren oder sogar zum Tortenwurf animieren. Aber wer die „besorgten Bürger“ wieder auf den Boden der Tatsachen und zur Vernunft bringen will, darf auch nicht ständig alles schönreden. Ja, es stimmt: Nicht alle „Flüchtlinge“ kommen wirklich aus Kriegsgebieten; viele sind eher Glücksritter, und dass junge Männer sich vor allem in der Gruppe oft danebenbenehmen, ist wohl eine menschliche Universalie.

Das beste Mittel gegen massenhafte und „unkontrollierte“ Zuwanderung wäre es eben, den Menschen in ihren Heimatländern Perspektiven zu bieten – und das hieße nicht nur, Kriege zu beenden, anstatt davon zu profitieren, sondern auch die himmelschreiende ökonomische Ungerechtigkeit zu bekämpfen, z.B. durch so etwas wie einen globalen Mindestlohn und ein weltweites bedingungsloses Grundeinkommen.

Vielleicht wäre der Preis für eine gerechte Welt und die Alternative zum Untergang der Menschheit tatsächlich, dass wir alle ein bisschen(!) so leben müssten wie damals in der DDR – ohne großes Wirtschaftswachstum, tolle Autos und ständige Fernreisen, weil dies eben für alle ethisch und ökologisch nicht mehr vertretbar wäre. Aber für die überwiegende Mehrheit der Weltbevölkerung wäre ein solch „bescheidenes“ Leben – ohne Luxus, aber mit gesicherter Ernährung und bezahlbarer Kleidung, Wohnung, Heizung usw. – schon ein riesiger Fortschritt.

Und Mitspracherecht, woran es in der DDR oft so bitter fehlte, ist zwar ein teures, aber nicht unbedingt kostspieliges Gut…

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Zur Petition Für eine Weiterentwicklung der Demokratie
Das Prinzip Permanentes Plebiszit

Wozu ist der Mensch auf der Welt? Zum Sterben.
Und was heißt das? Rumhängen und warten.

Charles Bukowski



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