Mit dem Leben ist es leider so: Je länger es dauert, desto mehr verliert es objektiv an Qualität. Sind oder waren wir in unseren jungen Jahren, meist mit etwa 25, auf dem Höhepunkt unserer Schaffenskraft, so nimmt nachdem unsere körperliche Leistung stetig ab. Wir können nicht mehr so schnell wie früher, irgendwann fällt uns das Treppensteigen schwer und dann das Gehen allgemein, und am Ende können wir nicht mal mehr selbständig aufs Klo.
Zwar mag es subjektiv so scheinen, als würde der Zuwachs an Erfahrung und/oder "Weisheit" für die ebenso zunehmende Gebrechlichkeit entschädigen; doch spätestens, wenn ein Mensch ständig auf fremde Hilfe angewiesen ist, wird es unzweifelhaft unangenehm - wobei in vielen Fällen eine gnädige fortschreitende Demenz die Betroffenen, kaum aber deren "Angehörige", vor solchen unschönen Gefühlen bewahren mag.
Die Pflege von eigenen Eltern (oder auch pflegebedürftigen Kindern) ist erfahrungsgemäß besonders belastend. Daher wird sie gerne so weit als möglich (wie es so unschön kapitalistisch-neudeutsch heißt) outgesourced. Dies aber ist natürlich mit hohen Kosten verbunden, welche sich immer weniger Menschen, selbst im "reichen Westen", leisten können und/oder wollen.
Was also dürfen wir dann noch hoffen? Idealerweise eine Versorgung durch uns liebende und Zeit habende Mitmenschen. Wenn wir (oder uns wohlgesinnte Verwandte oder Bekannte) über die finanziellen Mittel verfügen, vielleicht auch eine Rundum-Versorgung durch kompetente und gut gelaunte (da gut bezahlte) Pflegefachkräfte in den eigenen, an unsere sich verändernden Bedürfnisse angepassten "vier Wänden"; ansonsten aber eher ein Dahinsiechen unter Unbekannten in fremder Umgebung ohne große Höhepunkte und unter oft unschönen Umständen (und sogar für die Meisten ohne eine realistische Aussicht auf einen selbstbestimmten "schönen Tod", soll heißen: Sterbehilfe).
Müßig zu erwähnen, dass es in weniger reichen Ländern auch heute noch oft so sein dürfte wie in alten Zeiten überall, dass nämlich von "nutzlosen Essern" erwartet wird, dass sie ohne großen Widerstand sich in den eigenen Tod fügen, wobei manchmal auch etwas nachgeholfen werden mag... Der möglicherweise demnächst wiederkehrende Faschismus (als mythologisch verbrämte Extremform der Marktwirtschaft) wird solche Verhältnisse mit Sicherheit wieder herstellen wollen.
Ich möchte dennoch einen zaghaft hoffnungsvollen Ausblick wagen: Vielleicht gelingt es uns als Menschheit (eventuell mit Hilfe bzw. sogar unter Anleitung der KI) ja doch noch, uns demnächst so optimal zu organisieren, dass nicht weiterhin Unsummen für Kriege, Grenzsicherungen und den schalen Luxus einiger Superreicher verpulvert werden, so dass dann genug Zeit und Muße bleibt, sich gemeinsam und abwechselnd um die vermeintlich "Nutzlosen" zu kümmern, wobei die dabei anfallende harte körperliche Arbeit (und vielleicht auch ein Teil der ebenso nötigen "persönlichen Ansprache") bestimmt bald von Pflegerobotern übernommen werden könnte. Ja, vielleicht würde sogar der medizinische Fortschritt in naher Zukunft dafür sorgen, dass all jene Gebrechen, die heute zu Pflegebedürftigkeit führen, geheilt werden bzw. gar nicht mehr entstehen.
Ob wir (und speziell ich) das aber noch erleben werde(n)...?
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➥ Zur Petition Weiterentwicklung: Demokratie
➥ Das Prinzip Permanentes Plebiszit
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Charles Bukowski




