[aʊχ das nɔχ]
Vom Hölzken aufs Stöcksken, oder:
Vom Schlittschuhunfall zur Apokalypse
Montag, 16. Januar 2012, 04:43

Heute vor 100 Jahren brachen die beiden besten Freunde Georg Heym und Ernst Balcke beim Eislaufen auf der (offenbar nicht gründlich zugefrorenen) Havel ein und verunglückten somit tödlich.* Beide waren erst 24 Jahre alt, Vertreter des frühen literarischen Expressionismus und Mitglieder im Neuen Club, in dem auch der gleichaltrige Hans Davidsohn alias Jakob van Hoddis verkehrte, der zwar nicht mit Schlittschuh lief (und daher "erst" 1942 im KZ Sobibor zu Tode gebracht wurde), aber ein Jahr zuvor, am 11. 1. 1911 (!), das vielzitierte Gedicht Weltende veröffentlicht hatte:

Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
In allen Lüften hallt es wie Geschrei.
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.

* Merke: Auch Wintersport ist Mord.

senf dazu


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Wozu ist der Mensch auf der Welt? Zum Sterben.
Und was heißt das? Rumhängen und warten.

Charles Bukowski



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