[aʊχ das nɔχ]
Tafeln wie Gott in Düsseldorf
Donnerstag, 26. April 2012, 16:13

Herr Grobi, Sie waren heute zum ersten Mal bei der Düsseldorfer Tafel - bitte schildern Sie uns Ihre Eindrücke.

Nun, zuerst einmal bin ich an der Ausgabestelle vorbeigelaufen, weil sie etwas versteckt in einem Innenhof auf der Bergerstraße (zwischen Karlsplatz und Uerige) liegt. Dann wurde ich als Neuling erst einmal zur Anmeldung geschickt, wo ich eine gute Stunde warten musste, bis mir eine sehr sympathische Sozialpädagogin das Prozedere erklärte: zuerst kommen Leute mit Kindern, dann die Gehbehinderten und zuletzt die Alleinstehenden.
Der Wartebereich ist nicht allzu gemütlich, weil es kaum Sitzgelegenheiten gibt; die Leute aber waren sehr angenehm, es wurde geplaudert und geraucht und ein paar schöne Frauen waren auch zugegen.
Ich bin dann noch ein Dreiviertelstündchen durch die Altstadt und am Rhein entlang geschlendert und musste dann wieder ein Weilchen warten, bis ich dann (als Novize mir einer extra niedrigen, will heißen günstigen Nummer) ins Allerheiligste vordringen durfte.

Und, hat sich das Warten gelohnt?

Wie man's nimmt - hier meine Ausbeute:
1 Fladenbrot
2 Körnerbrötchen
2 Tomaten
1 Paprika
1 kleiner abgebrochener Rettich
11 Radieschen
5 Champignons
1 Feldsalat (150g)
1 Salami-Endstück (ca. 200g)
1 Knoblauchkäse (175g)
1 Krautsalat (1kg, haltbar bis 29.04.2012)
1 Gulaschsuppe (475ml, haltbar bis 28.04.2012)
2 Soya-Joghurt pur (à 500g, haltbar bis 30.04.2012)
4 Soya-Joghurt mit Geschmack (à 110g, haltbar bis 29.04.2012)
2 Blutorange-Joghurt (à 250g, haltbar bis 26.04.2012)
1 Orange-Karotten-Zitronen-Getränk (0,2l)

Jetzt haben Sie also wegwerfbare Lebensmittel gespendet bekommen - was macht das mit Ihnen?

Einen vollen Bauch (rülpst)

Herr Grobi, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Keine Ursache - ich bin immer gerne gesprächsbereit : )

senf dazu



jotwede, 2012.04.27, 20:22
Liest sich humorig, ist aber bitter.
Don´t worry about the MHD. Als durchschnittlich verdienender und Unterhalts pflichtiger Vater zweier Söhne, muss ich zwar nicht jeden Groschen zweimal umdrehen, prassen kann ich aber auch nicht. Und da bin ich bin mir nicht zu schade im E....a in die Restekiste mit den abgelaufenen Lebensmittel zu greifen. Die Sachen im Kühlschrank aufbewahrt sind auch in zehn Tagen noch gut.

Es gibt Bittereres. Aber was ist MHD (Mittelhochdeutsch ja wohl eher nicht...)? Und ist E...a nicht generell viel zu teuer?

Ach so, Mindesthaltbarkeitsdatum - was für ein Wortmonster. Da ist eine Abkürzung tatsächlich gerechtfertigt...
Dass Joghurt & Co. noch Monate nach dem MHD genießbar sind, hab ich auch schon festgestellt. Allerdings war in diesem Fall ja die Kühlkette längere Zeit unterbrochen...
senf dazu
 
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