Ente am Ende
Ist direkte Demokratie "links" oder "rechts"?
Samstag, 13. Februar 2016, 09:37

Vor einigen Jahren wurde in diesem Blog ein kleiner Text veröffentlicht (Was ist rechts und wo ist links?), der versuchte, linke und rechte Politik zu definieren, nämlich Erstere als demokratisch und auf Konsens/Ausgleich durch Kommunikation setzend, Letztere dagegen als hierarchisch und auf Durchsetzung durch Konfrontation ausgerichtet. Diesen Artikel poste ich heute noch gelegentlich auf Facebook, wenn mir von rechter Seite Unsinnsvokabeln wie „Linksfaschisten“ u.ä. entgegenwabern.

Heute möchte ich diese Definition ergänzen: Leute, die rechte Positionen vertreten, sind meines Erachtens entweder bösartig oder dumm.

Nun sind Bösartigkeit und Dummheit natürlich keine absoluten Eigenschaften, die ein Mensch entweder hat oder nicht; es sind vielmehr Zuschreibungen, die auf jeden Menschen mehr oder weniger zutreffen, und natürlich gibt es auch relativ böse und/oder dumme „Linke“. Zudem sind beide Qualitäten kaum wissenschaftlich definiert, weshalb ich kurz erklären möchte, was ich damit meine.

„Bösartigkeit“ würde ich ungefähr so definieren wie oben beschrieben als Bereitschaft, den eigenen Willen und die eigenen (vermeintlichen) Interessen ohne Rücksicht auf Verluste und Andere durchzusetzen. „Dummheit“ dagegen ist zunächst einmal Unwissenheit; sie speist sich aus fehlender Bildung (das lässt sich, guten Willen vorausgesetzt, durch Aufklärung beheben) und mangelndem Abstraktionsvermögen (ob sich dies ab einem gewissen Alter noch beheben lässt, ist fraglich) und äußert sich (so glaube ich) in einer gewissen Unfähigkeit zu Selbstreflexion und Selbstkritik. (So meine ich beobachtet zu haben, dass Rechten meist die Gabe fehlt, über sich selbst zu lachen. Zwar ist auch mir der Humor bereits weitgehend vergangen, aber das ist eine andere Geschichte.)

Rechte neigen dazu, immer bei Anderen die Fehler zu suchen, sich und ihresgleichen als homogene Masse und als Opfer der Politik zu sehen und rücksichtslos aggressiv ihre Rechte (bzw. was sie dafür halten) einzufordern. Dies ist auch der Grund, weshalb viele Linke jetzt Angst haben vor direkter Demokratie (die neuerdings oft von rechter Seite gefordert wird, wobei dort wohl vulgärdemokratische Visionen von Minarett- und Burka-Verboten à la Schweiz und natürlich die herbeigesehnte Merkel-Abwahl eine Rolle spielen).

Nun gibt es sicherlich viele Gründe, voller Sorge in die Zukunft und auf Geschichte und Gegenwart zu schauen. Irrationale Ängste aber (und solche sind es wohl, welche die „dummen“ Rechten „besorgten Bürger“ vor allem antreiben) sind ein schlechter Ratgeber. Ich glaube (und wiederhole mich hier zwar ungerne, aber notwendigerweise), Verantwortungsbewusstsein kann nur entwickeln, wer auch Verantwortung trägt – ständig und auf allen Ebenen. Dann würde sich auch ganz schnell herausstellen, dass diese homogene Masse („das Volk“) eben nur eine Illusion ist und in Wirklichkeit aus Individuen mit jeweils ganz subjektiven Meinungen und Interessen besteht, die sich zu stets wechselnden (maximal „objektiven“) Mehrheiten zusammensetzen – wobei jede Person sich gelegentlich in der (überstimmten) Minderheit, in der Mehrzahl der Fälle aber in der Mehrheit wiederfindet.

Und genau deshalb, glaube ich, ist es allerhöchste Zeit für die Weiterentwicklung der parlamentarischen zu einer echten, plebiszitären Demokratie.

senf dazu


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Zur Petition Weiterentwicklung: Demokratie
Das Prinzip Permanentes Plebiszit

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Charles Bukowski



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