Marx: Herr Nietzsche, die Demokratie gilt vielen als die höchste Form politischer Ordnung. Doch ich frage: Was nützt das allgemeine Wahlrecht, wenn die wirtschaftliche Macht in den Händen weniger Kapitalisten liegt? Solange die Produktionsmittel privat besessen werden, bleibt die Demokratie nur eine Fassade.
Nietzsche: Sie sprechen immer von Klassen und Besitz. Mich interessiert etwas anderes. Die Demokratie ist für mich Ausdruck einer Moral der Gleichmacherei. Sie erhebt die Mehrheit zum Maßstab und misstraut jeder außergewöhnlichen Persönlichkeit. Das Mittelmaß regiert.
Marx: Sie verwechseln Gleichheit mit Mittelmaß. Ich kämpfe nicht gegen Größe oder Talent. Ich kämpfe gegen Ausbeutung. Wahre Freiheit ist erst möglich, wenn Menschen nicht gezwungen sind, ihre Arbeitskraft zu verkaufen, um zu überleben.
Nietzsche: Freiheit? Die meisten Menschen wollen gar nicht frei sein. Sie suchen Sicherheit, Gewohnheit und Anerkennung. Die Demokratie verspricht ihnen all das. Sie stärkt den Herdentrieb, nicht den schöpferischen Geist.
Marx: Das ist eine aristokratische Verachtung des Volkes. Der Mensch wird durch seine gesellschaftlichen Verhältnisse geprägt. Geben Sie ihm Bildung, Zeit und materielle Sicherheit, dann kann er seine Fähigkeiten entfalten.
Nietzsche: Bildung? Die Schulen bilden oft nur angepasste Bürger aus. Sie lehren Gehorsam gegenüber dem Staat und den Konventionen. Der wahrhaft freie Geist entsteht nicht durch Gleichheit, sondern durch Selbstüberwindung.
Marx: Doch Selbstüberwindung allein beseitigt keine Armut. Ein hungriger Mensch philosophiert selten über seine Selbstverwirklichung. Zuerst müssen die materiellen Bedingungen verbessert werden.
Nietzsche: Und wenn Sie das erreicht haben? Wird der Mensch dadurch edler? Ich bezweifle es. Wohlstand schafft nicht notwendigerweise Größe. Oft macht er bequem.
Marx: Vielleicht. Aber Elend schafft ebenfalls keine Größe. Es erzeugt Abhängigkeit und Verzweiflung. Demokratie muss mehr sein als Wahlen. Sie muss wirtschaftliche Teilhabe ermöglichen.
Nietzsche: Ich misstraue jeder Herrschaft der Mehrheit. Wahrheit entsteht nicht durch Abstimmungen. Die größten Denker standen oft allein gegen ihre Zeit.
Marx: Darin stimme ich Ihnen zu. Wahrheit ist keine Mehrheitsentscheidung. Aber politische Macht sollte von der Gemeinschaft kontrolliert werden und nicht von einer privilegierten Minderheit.
Nietzsche: Vielleicht ist unser eigentlicher Streit ein anderer. Sie fragen, wie Menschen gleich werden können. Ich frage, wie Menschen über sich hinauswachsen können.
Marx: Und ich würde antworten: Niemand wächst über sich hinaus, solange er unter den Verhältnissen leidet, die andere geschaffen haben.
Nietzsche: Dann bleibt die Frage offen, ob Demokratie Menschen befreit oder sie nur auf neue Weise bindet.
Marx: Vielleicht ist Demokratie kein Ziel, sondern ein Werkzeug. Entscheidend ist, wem sie dient.
Die beiden Philosophen schweigen einen Moment. Vor ihnen liegt keine Einigung, sondern eine Einsicht: Demokratie ist weder selbstverständlich gerecht noch zwangsläufig freiheitsfeindlich. Sie bleibt ein politisches Experiment, dessen Wert davon abhängt, welche Vorstellungen vom Menschen und von der Gesellschaft ihr zugrunde liegen.
Soweit ChatGPT auf meine Aufforderung ("Prompt"): "Schreibe einen fiktiven Dialog zwischen Marx und Nietzsche über Demokratie."
Ganz anders war die Ausgabe, als ich den Prompt um das Wort "(Schreibe einen) witzigen (...)" ergänzt hatte:
Demokratie – Ein etwas chaotisches Gespräch zwischen Marx und Nietzsche
Ein Wiener Kaffeehaus irgendwo im philosophischen Jenseits.
Marx: Kellner! Zwei Kaffee. Und bitte keine Klassenunterschiede bei der Milch.
Nietzsche: Ich nehme keinen Kaffee. Kaffee ist ein Getränk der Herde.
Marx: Du bist sogar elitär beim Frühstück.
Nietzsche: Ich bin konsequent.
Marx: Gut. Dann reden wir über Demokratie.
Nietzsche: Ach, die Herrschaft der Mehrheit. Das ist ungefähr so, als würde man ein Sinfonieorchester von der lautesten Trompete dirigieren lassen.
Marx: Immerhin hat dann jeder eine Stimme.
Nietzsche: Ja. Leider benutzen viele sie gleichzeitig.
Marx: Demokratie bedeutet, dass Menschen gemeinsam über ihre Angelegenheiten entscheiden.
Nietzsche: Und anschließend gemeinsam darüber klagen, dass sie falsch entschieden haben.
Marx: Du traust dem Volk wirklich wenig zu.
Nietzsche: Ich traue einzelnen Menschen sehr viel zu. Menschen in Gruppen dagegen bestellen Ananas auf Pizza und halten das für Fortschritt.
Marx: Das ist kein politisches Argument.
Nietzsche: Nein. Aber ein starkes kulturelles.
Marx: Das eigentliche Problem ist doch: Solange einige wenige das Kapital besitzen, bleibt Demokratie unvollständig.
Nietzsche: Solange alle dieselben Meinungen haben sollen, bleibt sie langweilig.
Marx: Du willst also lieber Philosophen als Politiker?
Nietzsche: Nein! Stell dir Philosophen im Wahlkampf vor.
Marx: "Mehr Sein statt Schein!"
Nietzsche: "Jetzt den kategorischen Imperativ wählen!"
Marx: Kant würde jede Debatte gewinnen.
Nietzsche: Nein, verlieren. Er würde erst drei Stunden definieren, was eine Debatte überhaupt ist.
(Der Kellner bringt den Kaffee.)
Kellner: Wer bezahlt?
Marx: Nach seinen Möglichkeiten sollte jeder beitragen.
Nietzsche: Hervorragend. Dann bezahlt der Übermensch.
Marx: Es gibt hier gar keinen Übermenschen.
Nietzsche: Eben deshalb sitzen wir noch im Kaffeehaus.
Marx: Weißt du, manchmal glaube ich, Demokratie ist einfach der Versuch, friedlich miteinander auszukommen.
Nietzsche: Ein sympathischer Gedanke.
Marx: Das klang fast versöhnlich.
Nietzsche: Keine Sorge. Ich erhole mich gleich wieder davon.
Marx: Dann sag etwas Provokantes.
Nietzsche: Demokratie braucht Bürger, die denken.
Marx: Da stimme ich dir zu.
Nietzsche: Verdammt.
Marx: Wir sind uns einig.
Nietzsche: Das ist der unerquicklichste Moment meines gesamten Nachlebens.
(Beide schweigen.)
Marx: Vielleicht ist Demokratie gar nicht perfekt.
Nietzsche: Natürlich nicht.
Marx: Aber sie erlaubt immerhin, dass zwei Philosophen stundenlang streiten können.
Nietzsche: Und anschließend beide überzeugt sind, gewonnen zu haben.
Marx: Das wiederum ist vermutlich die eigentliche Definition der Philosophie.
Nietzsche: Nein.
Marx: Warum nein?
Nietzsche: Weil ich gewonnen habe.
Der Kellner seufzt, bringt die Rechnung und beschließt, künftig lieber Mathematiker zu bedienen.
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We were all just hanging around waiting to die and meanwhile doing little things to fill the space.
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