Ente am Ende
Offener Brief an Tahnee Schaffarczyk, Lisa Eckhart, Michael Mittermeier und Torsten Sträter
Dienstag, 7. Mai 2019, 09:44

Liebe Tahnee. liebe Lisa, lieber Michael und lieber Torsten*,

ich habe Euch vergangene Woche bei „Nuhr im Ersten“ gesehen und habe folgende Frage:

Macht es Euch eigentlich gar nichts aus, unter der Headline eines Typen aufzutreten, der sich offenbar um Äquidistanz zu AfD und SPD(!) bemüht und dessen Programm („Humor“ mag ich das gar nicht mehr nennen), das mittlerweile fast ausschließlich auf Kosten „linker“ Positionen (Klimaschutz, Verteilungsgerechtigkeit u.v.m.) geht, ich nur noch als „reaktionär“ bezeichnen kann?

Ich will hier gar nicht zum Boykott dieses Herrn aufrufen – immerhin begrüßt oder zumindest duldet er ja noch Leute wie Euch in seiner Sendung, und wer weiß, vielleicht lockt er mit seiner fast wutbürgerlich anmutenden Attitüde sogar eine entsprechende Klientel vor den Fernseher, die dann mit vergleichsweise fortschrittlichen Positionen wie den Euren konfrontiert wird und dabei womöglich sogar ins Nachdenken gerät – aber ich möchte doch anregen, darauf hinzuwirken, dieses Format dahingehend zu demokratisieren, dass nicht länger der Rechtsausleger als Chef in der Manege firmiert.

Mit linkspopuliistischen Grüßen



* Von rechts (neben Nuhr) nach links (nicht politisch gemeint)

senf dazu



txxx666, 2019.05.20, 13:31
Unser Mann in Brüssel, Monsieur Sonneborn, versteht mich... : )
senf dazu
 

malone70, 2019.05.26, 21:53
Ach komm, er schießt immer gegen die AfD. Selbst wenn es thematisch gar nicht passt und er sich übler Unterstellungen und Klischees bedienen muss. Er ist nur einer der ganz wenigen Komiker, die auch mal gegen Links und den Islam austeilen. Was wünschst du dir denn? Dass alle Künstler exakt dieselbe Stoßrichtung haben? Schätzt du keine Pluralität?

Natürlich schätze ich Pluralität - was mich aber (wie beschrieben) stört, ist der Hype um diesen Typen, dessen Nummern immer billigere wutbürgerliche Klischees bedienen.
Billige Klischees gibt es natürklich auch immer mal wieder bei "linken" Kabarettisten und Komikern, aber (und das ist natürlich meiner politischen Meinung geschuldet) finden sich dort immer auch unbequeme Zustandsbeschreibungen.
Nuhr dagegen fastt sich z.B. einfach nur an den Kopf und spricht von einem "pausbäckigen Studienabbrecher", und damit ist für ihn (und sein geneigtes Puiblikum) das ja durchaus bedebkens- und diskustierenswerte Thema "Enteignung" erledigt. Oder er macht sich die (wohl in AfD-Kreisen enstandene oder zumindest propagierte) Mär zu eigen, dass ein Adventskranz mehr Feinstaub produziere als ein Diesel usw.
Er ist ein unbedingter Vertreter des (im Großen und Ganzen) "Weiter so" und macht zwar pflichtschuldigst auch immer mal ein paar Scherze gegen die AfD, aber sein Hauptgegner sind ganz offenbar die Linken ("Gutmenschen").
senf dazu
 
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