Das Leben als Junkie ist nicht leicht - das Leben mit Junkies (in der Nachbarschaft) ist es oft auch nicht. Wer für seine Sucht mehrere Tausend Euro pro Monat aufbringen muss, sieht sich oft gezwungen, aggressiv zu betteln, zu stehlen und/oder sich zu prostituieren, und für Essen, Hygiene oder eine eigene Wohnung bleibt da meist nichts mehr übrig.
Schon lange plädieren zahlreiche Expert:innen dafür, dieses Problem nicht länger repressiv, grundsätzlich anzugehen, nämlich mit einer Legalisierung ausnahmsweise aller Suchstoffe, denn dadurch ließen sich fast alle Probleme von und mit Junkies beheben.
Die Abhängigen könnten ihren Stoff in kontrollierter und garantierter Qualität zum kleinen Herstellungspreis auf Rezept in der Apotheke bekommen, bräuchten also nicht mehr ständig diese Unsummen auftreiben und könnten sogar einer geregelten Arbeit nachgehen, da nach jahrelangem Konsum meist gar kein Rausch mehr erreicht wird, sondern nur das Abklingen der Entzugserscheinungen. Auch käme es nicht immer wieder zu tödlichen Überdosierungen durch (unerwarteterweise nicht wie üblich stark gestreckten) Drogen.
Was spräche dagegen? Wer Heroin, Crack o.ä. konsumieren will (aus welchen Gründen auch immer), wird dazu Mittel und Wege finden - Verbote hin oder her. Allerdings würde der Anreiz für kriminelle Kartelle wegfallen, Leute "anzufixen", um sie anschließend jahre- oder jahrzehntelang abzumelken. Die Zahl der Süchtigen würde also höchstwahrscheinlich eher abnehmen.
Aber natürlich würde eine wichtige Drohkulisse des Kapitalismus wegfallen; denn machen wir uns nichts vor: Das Elend der Obdachlosen und Drpgensüchtigen sorgt natürlich auch dafür, die Normalos brav weiter zu ihren Arbeitsstellen gehen zu lassen, denn so will natürlich keiner enden.
(Daher wird es, solange es nach den Reichen und Mächtigen geht, auch kein existenzsicherndes bedingungsloses Grundeinkommen geben, denn wer würde sich dann noch so erbarmungslos ausbeuten lassen, wie es heute leider immer noch gang und gäbe ist...?)
Mein Vorschlag war daher immer, Drogen komplett frei- und (bei umfassender Aufklärung über die Gefahren selbstverständlich) ggf. auf Verschreibung abzugeben. Gestern aber hatte ein Kumpel von mir eine noch viel bessere Idee:
Wie wäre es, in größeren Städten eine relativ zentral gelegene größere Grünfläche (in Düsseldorf z.B. den Volksgarten) als permanente Party-Location zu deklarieren und dort Drogen aller Art kostenlos abzugeben? Freibier für Alkis und Wochenendtrinker, daneben Gratis-Gras für täglich wie nur gelegentlich Kiffende, Magic Mushrooms und LSD, Pep und Koks und auch Heroin und Crack u.v.m., begleitet von entsprechend passender Musik (auch gerne Life), Kunst- und Filmdarbietungen und begleitet von medizinischem Support... Im Prinzip das, was wir in der Altstadt heute schon so ähnlich haben, aber eben absolut niederschwellig, da kostenfrei und damit für alle erschwinglich. Dort könnte jede:r nach Lust und Laune rund um die Uhr und den Kalender sich aufenthalten, hin- und auch wieder weggehen (oder eben auch gleich ganz wegbleiben), und die echten Junkies würden zumindest nicht in Wohngegenden oder rund um die Hauptbahnhöfe für Verdruss sorgen.
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➥ Zur Petition Weiterentwicklung: Demokratie
➥ Das Prinzip Permanentes Plebiszit
We were all just hanging around waiting to die and meanwhile doing little things to fill the space.
Charles Bukowski




