Ente am Ende
Was alles für eine Welt (fast) ohne Autos spricht
Dienstag, 11. August 2026, 14:27

Ist die KI bereits jetzt schlauer als wir?

Naja - solange sie sich noch beim Hacken erwischen lässt, wahrscheinlich nicht. Aber schlauer als ich (was natürlich keine große Kunst darstellt) ist sie inzwischen wohl schon - was mir bewusst wurde, als ich ChatGPT beauftragte, welche Gründe (außer der CO2-Belastung) noch dafür sprächen, den Auto-Individualverkehr abzuschaffen. (Dabei schwebte mir als Argumente v.a. der hohe Flächenverbrauch bzw. die massive Erdbodenversiegelung für Straßen und Parkplätze sowie die vielen Verkehrstoten und Verletzten vor.)

Die überraschend ausführliche Antwort lautete:

Wenn man die CO₂-Belastung bewusst ausklammert, gibt es trotzdem eine ganze Reihe starker Argumente gegen einen sehr hohen Anteil des privaten Autoverkehrs. „Abschaffen“ ist dabei allerdings eine sehr weitgehende Forderung – viele Argumente sprechen eher für deutliche Reduzierung und Verlagerung.

Platzverbrauch: Autos benötigen enorm viel öffentlichen Raum – für Fahrbahnen, Parkplätze, Garagen und Zufahrten. Dieser Raum könnte für Wohnungen, Grünflächen, Spielplätze, Radwege oder Aufenthaltsflächen genutzt werden.
Lärm: Verkehrslärm belastet Anwohner und macht Städte weniger angenehm. Besonders problematisch ist der dauerhafte Straßenverkehrslärm, nicht nur das einzelne laute Fahrzeug.
Unfälle und Verletzungen: Autos bringen zwangsläufig ein erhebliches Verletzungsrisiko mit sich. Besonders gefährdet sind Fußgänger und Radfahrer. Weniger Autoverkehr bedeutet grundsätzlich weniger Konflikte zwischen schweren Fahrzeugen und ungeschützten Verkehrsteilnehmern.
Feinstaub und andere Schadstoffe Auch unabhängig von CO₂ entstehen durch Verbrennungsmotoren Luftschadstoffe. Hinzu kommt Reifen- und Bremsabrieb, der auch bei Elektroautos anfällt.
Gesundheit durch Bewegungsmangel: Wenn kurze Wege automatisch mit dem Auto zurückgelegt werden, werden Gehen und Radfahren verdrängt. Eine Stadt, in der Alltagswege ohne Auto funktionieren, kann körperliche Aktivität fördern.
Kosten für die Allgemeinheit: Straßen, Parkhäuser, Brücken und Verkehrsinfrastruktur müssen gebaut, unterhalten und erneuert werden. Ein Teil dieser Kosten wird von der Allgemeinheit getragen, auch von Menschen, die kaum Auto fahren.
Stau: Mehr Straßenkapazität löst das Verkehrsproblem nicht immer dauerhaft, weil zusätzlicher Straßenraum zusätzlichen Autoverkehr anziehen kann („induzierter Verkehr“). Ein hoher Autoanteil kann sich dadurch selbst im Weg stehen.
Abhängigkeit und soziale Teilhabe: Eine autoorientierte Infrastruktur kann Menschen benachteiligen, die kein Auto besitzen oder nicht fahren können – etwa Kinder, viele ältere Menschen oder Menschen mit bestimmten Behinderungen.
Lebensqualität im öffentlichen Raum: Eine Straße mit ständigem Autoverkehr ist etwas anderes als ein Platz, auf dem Menschen sitzen, spielen, flanieren oder sich begegnen können. Weniger Autos können Städte erheblich menschenfreundlicher machen.
Ökonomische Flächeneffizienz: Ein Auto transportiert im Verhältnis zu seinem Platzbedarf relativ wenige Menschen. Bus, Straßenbahn, Fahrrad und Fußverkehr können dieselbe Verkehrsleistung auf wesentlich weniger Fläche erbringen.

Der stärkste Einwand gegen eine vollständige Abschaffung ist allerdings ebenfalls wichtig: In ländlichen Regionen, für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, bei Schichtarbeit oder für bestimmte berufliche Tätigkeiten kann das Auto derzeit schwer ersetzbar sein.

Deshalb wäre die sachlich stärkere These meines Erachtens nicht: „Autos müssen weg.“ Sondern: „Wo ein gutes alternatives Angebot existiert, sollte das Auto nicht die Standardlösung sein müssen.“ Das lässt sich politisch wesentlich besser begründen.

(Alle Hervorhebungen von ChatGPT)

Dem hätte ich nur noch hinzuzufügen, dass für Umzüge, große Lieferungen, Notfälle usw. natürlich weiterhin die Möglichkeit bestehen sollte, sich ein Auto bzw. Taxi zu mieten (bzw. einen Rettungswagen zu rufen).

senf dazu


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