[aʊχ das nɔχ]
Freitag, 28. August 2015
Polizisten <> Faschisten
Freitag, 28. August 2015, 12:51

Ein beliebter (und vielleicht nicht allzu cleverer) Slogan auf Antifa-Demos lautet: "Deutsche Polizisten - Mörder und Faschisten" (bzw. in einer etwas milderen und oftmals zutrefenderen Version: "Deutsche Polizisten schützen die Faschisten") - und natürlich stellen sich derlei Gedanken gerade auch dann ein, wenn wie heute seitens der Polizei ein Willkommensfest für Flüchtlinge in Heidenau abgesagt wird. Aber ist da etwas Wahres dran?

Ich befürchte schon, denn Polizeibeamte sind wohl tendenziell(!) eher politisch rechts eingestellt, da dieser Beruf eben vor allem Leute anzieht, die (wie auch die Kollegen vom Verfassungsschmutz) ein autoritäres Weltbild haben und sich in hierarchischen Strukturen wohlfühlen – sowie das "Gewaltmonopol", also das Privileg, wie Soldaten Uniformen und Waffen tragen und einsetzen zu dürfen, womöglich genießen und missbrauchen.

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Donnerstag, 27. August 2015
Aus leider immer wieder gegebenem Anlass:
Die Mär von den „faulen Scheinasylanten“
Donnerstag, 27. August 2015, 18:17

Viele Leute in Deutschland scheinen tatsächlich zu glauben, sie hätten es irgendwie "verdient", in einem der reichsten Länder der Welt zu leben, im Gegensatz zur irgendwelchen Zugereisten, denen oft pauschal Faulheit und Schmarotzertum unterstellt wird.

Es mag ja sein, dass den Deutschen oder generell den Germanen* ein irgendwie (genetisch oder eher kulturell) ererbter Hang zu Fleiß und Disziplin (und/oder Skrupellosigkeit) eigen ist, was erklären könnte, dass gerade die "germanischen" Länder zu den reichsten dieser Erde gehören.**

Aber ich glaube nicht, dass sich diese auf ihre Erfolge so stolzen Deutschen vorstellen können, was es bedeutet, in einem Land geboren und aufgewachsen zu sein, in dem es für die meisten weder fließend Wasser noch Strom und schon gar keine "Sozialleistungen" gibt und in dem schon das alltägliche Überleben eine unglaubliche Mühe bereitet, während unsere größten gesellschaftlichen Probleme Benzinpreiserhöhungen und Bahnstreiks sind oder ob die Kinder lieber Cello lernen sollen oder Ballett.

Ich glaube nicht, dass sich diese Leute vorstellen können oder wollen, wie es ist, seine Heimat zu verlassen – mit der ganzen Familie, weil man vertrieben wird, oder als Einzelkämpfer, um für die zurückbleibende Familie irgendwie ein Auskommen zu finden; und welche Strapazen, welche Unannehmlichkeiten und welche Gefahren solche "humanitären" oder "wirtschaftlichen" Flüchtlinge hinter sich haben, wenn sie hier ankommen, und wie anstrengend, frustrierend und wenig beneidenswert ihr Leben in diesem oft kalten und kaltherzigen Land meist ist, in der manche aus Not und manche vielleicht auch aus Gelegenheit straffällig werden.

Diese Leute können sich wahrscheinlich auch nicht vorstellen, wie es hierzulande aussähe, wenn Deutschland irgendwann einmal nicht mehr gute Geschäfte mit den ärmeren Ländern dieser Welt machen könnte; wenn nicht mehr billige Arbeitskräfte aus den östlichen Nachbarländern ihre Ernten einfahren und ihre Alten und Kranken pflegen und die noch billigeren Arbeitskräfte in fernen Ländern nicht mehr ihre Klamotten nähen, ihre Elektrogeräte zusammenlöten oder die Bodenschätze aus der Erde graben würden; wie es wäre, wenn Lebensmittel plötzlich nicht mehr nur ein Zehntel des Durchschnittseinkommens kosten würden und man sich nicht mehr Gedanken darüber machen müsste, wohin die nächste Urlaubsreise geht, sondern wo heute etwas zu beißen und zu heizen herkommt.

Ich glaube kaum, dass die stolzen reichen Deutschen damit so gut zurechtkommen würden, wie es Milliarden andere Menschen gezwungenermaßen ihr Leben lang tun.

Und natürlich haben die um ihr schönes Abendland (und dessen großenteils durch Verbrechen und Völkermord zustande gekommenen und weitervererbten Wohlstand) besorgten Bürger im reichen Westen vollkommen recht: ihr Idyll ist bedroht, wenn nicht sogar zum Untergang verurteilt.

Sie haben eigentlich nur noch die Wahl, die Reichen und Mächtigen in der Welt (die größtenteils bei ihnen um die Ecke leben) dazu zu zwingen, für einen weltweiten Ausgleich zu sorgen (sprich: Macht und Geld gerecht aufzuteilen)*** – oder der weltweite Kampf um knapper werdenden Ressourcen wird sie überschwemmen und verschlingen, denn die Ströme der Armen, Unterdrückten und Ausgebeuteten zu den Fleischtöpfen werden nicht abreißen, sondern anschwellen, und sich auch nicht durch Gesetze, Grenzen, Kontrollen und drakonische Strafen aufhalten lassen.

Ob wir ihnen Bescheid sagen sollten? Aber werden sie begreifen?
___________________________________________________________
* Österreicher, Schweizer, Skandinavier, Niederländer, Luxemburger, Belgier, Engländen und in geringerem Maße auch Franzosen, Spanier, Portugiesen und Italiener und deren Verwandte in Nordamerika, Australien und Südafrika
** Das bizarre postkoloniale Phänomen der kleinen Ölscheichtümer, Operettenstaaten mit Harems und Sklaven, lasse ich hier außen vor
*** Sorry, dass ich mich wiederhole...

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Mittwoch, 19. August 2015
Offener Brief an Til Schweiger
Mittwoch, 19. August 2015, 12:24

Lieber Til Schweiger,

wir kennen uns (okay: ich kenne dich) nun schon eine ganze Weile; seit deinen Anfängen als ältester Zenker-Spross in der Lindenstraße über deine Rollen als Manta-Manni und als Koks-Dealer in Salt Lake City Punk bis hin zu neueren Rollen in selbstproduzierten Filmen hast du mir eigentlich meistens ganz gut gefallen.

Deine politischen Ein- und Auslassungen fand ich dagegen bislang eher unpassend; als du dich 2011 bei Lanz zum Thema Sexualstraftäter geäußert hast, klang das ehrlich gesagt ziemlich rechtsextrem, und deine Propaganda für die Bundeswehr in Afghanistan fand ich genauso daneben wie deine Hamburger Tatorte, in denen es bei rekordverdächtigem "Body Count" und absolut üblen Sprüchen gegen angeblich übermächtige, Deutschland längst übernommen habende ausländische Verbrecher-Clans geht.

Umso erfreulicher fand ich gestern deine Statements bei Maischberger (siehe auch unten) – auch wenn du (mit Verlaub) in deiner mir durchaus begreiflichen Erregung stellenweise nicht ganz nüchtern rüberkamst. Natürlich ist Deutschland eines der reichsten Länder der Welt, und selbstverständlich geht es bei der sogenannten Griechenland-Rettung vor allem um "unsere" Banken.*

Ich fände es schön, wenn du diese Zusammenhänge – dass es nämlich immer die Reichen und Mächtigen sind, die u.a. gegen Flüchtlinge hetzen (lassen), weil sie (meines Erachtens zu Unrecht) befürchten, bei einer globalen Um- bzw. Neuverteilung etwas zu verlieren – demnächst noch konsequenter benennen und verbreiten würdest; dazu möchte ich auch den gestern bei ARTE gelaufenen Film Mammon - Per Anhalter durch das Geldsystem sehr empfehlen.

Mit solidarischen Grüßen

Tex Grobi

* Das sieht allerdings der "Wirtschaftswissenschaftler" John H. Cochrane von der Stanford University ganz anders; er schreibt in der heutigen SZ (S. 19) zur Euro- und Griechenland-Debatte: Europas Banken werden ausgenutzt...

– No further comment –

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Montag, 10. August 2015
Alles Arschlöcher
Montag, 10. August 2015, 19:35

Jeder Mensch ist Arschloch – für fast alle Anderen. Denn Arschlöcher gibt’s bekanntlich überall, wobei die Ansichten darüber, wer genau jetzt eigentlich die Arschlöcher sind, zwischen Arschlöchern und Nichtarschlöchern naturgemäß auseinandergehen.

Vielleicht ist es aber auch so, dass wir alle uns manchmal oder sogar einigermaßen oft "arschlöchig" (oder sagen wir: aus Unwissenheit - oder sogar wider besseres Wissen - arrogant) verhalten. Zumindest wären wir sicherlich weniger große Ärsche, wenn wir die Scheiße, die wir gelegentlich von uns geben, zumindest ab und zu auch als solche erkennen (frei nach Sokrates: ich weiß, dass ich scheiß) - und dann womöglich auch benennen und bestenfalls sogar aus der Welt schaffen.

Dazu aber bräuchten wir eine Kultur gleichberechtigter Kommunikation, des Zuhörens und Ausredenlassens, in der nicht mehr wie heute die größte und stinkendste Scheiße stets die größte Resonanz erzeugt - und dazu wäre es wohl erforderlich, jedem Menschen in jeder ihn betreffenden Frage gleiches Mitbestimmungsrecht einzuräumen.

Jaja, ich weiß: nichts Neues...

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Dienstag, 21. Juli 2015
Pişgirî - Dayanışma - Solidarität!
Dienstag, 21. Juli 2015, 19:21

Hier einige Fotos der beim Bombenattentat von Suruç am 20. Juli 2015 ermordeten Jugendlichen aus den Reihen der SGDF (Sosyalist Gençlik Denekleri Federasyonu = "Föderation der sozialistischen Jugendverbände der Türkei"), die den Hilfseinsatz für Kobanî organisiert haben.
(Für mehr Fotos: klick auf die Bilder)

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Montag, 20. Juli 2015
Ein kleiner Strip von Herluf Bidstrup
Montag, 20. Juli 2015, 20:13

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Montag, 6. Juli 2015
Traditionen des "christlichen Abendlandes" (II.)
Montag, 6. Juli 2015, 11:25

Thomas Morus schrieb die quasi-kommunistische Utopie Utopia und wurde, weil er sich weigerte, einen Eid auf den König zu leisten, heute vor 480 Jahren enthauptet.

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Traditionen des "christlichen Abendlandes" (I.)
Montag, 6. Juli 2015, 11:06

Jan Hus vertrat die Ansicht, dass die Kirche eine hierarchiefreie Gemeinschaft sei, in der nur Christus das Oberhaupt sein könne; dafür wurde er heute vor 600 Jahren auf Geheiß der geistlichen und weltlichen Obrigkeit auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

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Sonntag, 5. Juli 2015
Συγχαρητήρια
Sonntag, 5. Juli 2015, 20:10

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Donnerstag, 25. Juni 2015
Globaler Mindestlohn!
Ein Beitrag zur „Flüchtlingsproblematik“, aber auch zur „Griechenlandkrise“ und vielem mehr
Donnerstag, 25. Juni 2015, 09:43

Wenn wir ehrlich sind, müssen wir zugeben, dass der westliche Lebensstil ganz wesentlich auf Ausbeutung basiert. Vieles davon mag Selbstausbeutung sein, also die Tatsache, dass die Mehrheit der Leute immer disziplinierter und effektiver arbeitet, um sich einen immer höheren materiellen Lebensstandard zu leisten; die immer zahlreicheren und raffinierteren Waren aber, die wir dazu (meinen) konsumieren (zu müssen), werden überwiegend in „ärmeren“ Ländern abgebaut oder produziert, und das zu so geringen Preisen, dass die große Mehrheit der dortigen Bevölkerung von dem Erlös kaum leben kann und demzufolge oft großes Elend herrscht. So ist es auch nicht verwunderlich, wenn Leute aus diesen Ländern danach streben, an unserem Wohlstand teilzuhaben und immer mehr notgedrungen ihre Heimat verlassen und sich auf den Weg zu uns machen – wogegen wiederum wir uns mit kostspieligen Abschottungsmaßnahmen ohne großen Erfolg zu wappnen versuchen, da wir unsere (ökonomische und kulturhegemonielle) Sicherheit gefährdet sehen.

Dieses Problem ist weder „ordnungspolitisch“ (also letztlich militärisch) noch karitativ (durch „Entwicklungshilfe“) zu lösen, sondern nur durch einen fairen finanziellen Ausgleich – kurz gesagt: wir brauchen einen globalen Mindestlohn (und ebenso ein weltweites, bedingungsloses, existenzsicherndes Grundeinkommen). Durchsetzen könnten und müssten solche humanen Mindeststandards die Vereinten Nationen (und auf lange Sicht eine echt demokratisch organisierte Weltbevölkerung) gegen die global operierende Weltwirtschaft; die Clubs der Bessergestellten (G7, G20 usw.) haben daran nämlich kein Interesse. Letztendlich muss es darum gehen, das heute dominierende kapitalistische Prinzip der Konkurrenz, also des Gegeneinanders, in ein Miteinander zur Lösung der immensen globalen Probleme zu überführen.

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Sonntag, 7. Juni 2015
Kurze Feststellung zur Meinungsfreiheit
(Artikel 1 Absatz 1 Satz 3 GG)
Sonntag, 7. Juni 2015, 07:39

Eine Mensur findet nicht statt.

Gleichermaßen gilt freilich:

Eine Tonsur findet nicht statt.

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Mittwoch, 27. Mai 2015
Der ganz alltägliche Faschismus... z.B. bei Fratzbuch
Mittwoch, 27. Mai 2015, 22:01

Schon fast lustig, wie bedroht sich offenbar viele Leute fühlen, wenn in einem Supermarkt ein türkischsprachiges Schild auftaucht; wahrscheinlich die selben Necker Meckermänner, die ganz selbstverständlich davon ausgehen, dass in ihren Urlaubsorten (ob in Antalya, Mallorca, Hurghada oder sonstwo) die Waren auf doyç ausgepreist werden...

usw. usf...

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Mittwoch, 6. Mai 2015
Menschenverächter
Mittwoch, 6. Mai 2015, 11:37

Möglicherweise angeregt von der Vorladung zum "Rassismus-TÜV" der UN wurden heute bei einer bundesweiten Razzia vier Mitglieder der "Oldschool Society" festgenommen, die Anschläge auf namhafte Salafisten, Moscheen und Asylbewerberunterkünfte geplant haben sollen.

Mir war diese obskure Vereinigung, die es offenbar nötig hat, ihre asoziale rechtsextreme Deutschtümelei unter einer "welschen/angelsächsischen" Bezeichnung zu propagieren, bislang völlig unbekannt; allerdings musste ich feststellen, dass die OSS eine anscheinend viel besuchte und von über dreitausend Personen "gelikete" Fratzbuch-Seite betreibt, auf der sich u.a. untenstehende Kommentare finden - meines Erachtens ebenfalls schon Fälle für den Staatsanwalt...

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Dienstag, 28. April 2015
Schwarz-Braun ist die Haselnuss
Dienstag, 28. April 2015, 09:51

Heini, Pardon: Heino stellt seine Biografie MEIN WEG in Düsseldorf vor - und das ausgerechnet an Führers Geburtstag (20. April).

Schade, dass der Titel MEIN KAMPF schon vergeben war, kann ich dazu nur sagen - aber da werden ja demnächst auch die Rechte wieder frei...

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Sonntag, 19. April 2015
Vom Wert menschlichen Lebens
Sonntag, 19. April 2015, 11:01

Nur ein kleines Schlaglicht:

Erneut Schiffsunglück im Mittelmeer: Flüchtlingsboot gekentert - bis zu 700 Tote

Ob es da jetzt wohl auch tagelange Sonderberichterstattung, aufwendige Bergungsversuche und dreieinhalb Wochen später einen großen und vielfach live gesendeten Trauergottesdienst im Kölner Dom geben wird...?

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Wozu ist der Mensch auf der Welt? Zum Sterben.
Und was heißt das? Rumhängen und warten.

Charles Bukowski



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