So sind sie, unsere lieben Landsleute: Wenn sie eine Revolution machen wollen, lösen sie erst einmal eine Bahnsteigkarte. Wenn es - wie aktuell z.B. gegen die ACTA-Gesetze - ein sinnvolles Anliegen und eine geeignete Aktionsform - nämlich diese Online-Petition an den Bundestag (bitte mitzeichnen) - gibt, dann dümpeln die Zahlen bei der entsprechenden Fratzbuch-Gruppe (bekanntlich DIE Organisationsform für moderne Volkserhebungen) im dreistelligen Bereich vor sich hin. Geht es aber um der Deutschen höchstes Gut - das Auto und die "empörend hohen" Benzinpreise, dann explodiert der Volkszorn, und dem (einigermaßen beknackten) Aufruf Am 01.03.12 in ganz Deutschland nicht Tanken!!!!!! folgen innerhalb von zweieinhalb Tagen sage und schreibe über 1,3 Millionen Menschen (respektive Idioten Autoeroten; sorry übrigens für den Focus-Link).
Schade nur, dass der Initiator dieser umwerfenden und -wälzenden Aktion offenbar ein bekennender Neonazi war und die Veranstaltung inzwischen aus Schiss vor Konsequenzen wieder gelöscht hat.
Aber ich gehe jede Wette ein, dass eine ähnlich geartete, bloß sinnvollere Veranstaltung (die ich spaßeshalber gerade eben mal erstellt habe: Am 01.03.12 in ganz Deutschland nicht Autofahren!) auch allerhöchstens eine dreistellige Zahl an Teilnehmer_innen erzielen wird - Topf, die Watte quillt!
In was für einem Land... ach, was soll's!
Wenigstens die Anti-Acta-Petition entwickelt sich vielversprechend (über 5.000 neue Mitzeichner_innen in den letzten 24 Stunden).
Wozu ist der Mensch auf der Welt? Zum Sterben.
Und was heißt das? Rumhängen und warten.
Charles Bukowski





