Ente am Ende
Für Liebhabende der gehobenen Literatur
Samstag, 5. Dezember 2009, 13:39

Ein kleiner vorweihnachtlicher Lektüretipp für die ganze Familie: Das scharlachrote Kampfhuhn · Kommissar Schneiders letzter Fall. Zwar schon etwas älter (von 1995), dafür soeben in voller Länge online wiederentdeckt; hier eine kleine, wahllos herausgegriffene Leseprobe, in der sich nichtsdestotrotz der für den Autor charakteristische, besonders behutsame Umgang mit Sprache widerspiegelt:
(...) In dem Ding da drin sitzt einer der meistgesuchtesten Verbrecher der Welt, es handelt sich um keinen geringeren als um Hoirkman Szeßht, den widerlichsten Rauschgifthändler aller Zeiten. Doch was hat er vor mit dem Kommissar? Der Kommissar Schneider wird es bald herausbekommen. Hoirkman Szeßht flegelt sich auf einem dicken Ledersessel rum, das mag der Kommissar nicht! Als er es sieht, ejakuliert sofort und ohne Unterlaß die linke, zusammengeknüllte Faust aus Kommissar Schneiders Körper! Immer auf den fiesen Schädel des Drogenheinis. Seine Kartellbrüder können nur noch staunen. So was ist ihrem Boß noch nicht passiert. (...)
Ganz, ganz große Dichtung, ist da wohl nur zu zu sagen!

senf dazu



jean stubenzweig, 2009.12.09, 10:20
Mit Helge Schneiders literarischen Äußerungen wurde ich vor einiger Zeit einmal beschenkt. Mir erschloß sich seinerzeit dieser Humor nicht; ich war mit fünfzig wohl einfach noch zu jung,. Doch nun scheine ich so langsam zu begreifen. Das, was sie mir da hingeschoben haben, das ist schon sehr komisch, ein in die Groteske gehender Humor, der genaue Lektüre erfordert, will man nichts versäumen. Ich sehe zudem den Urheber durch Filmisches schlurfen, der Protagonist scheint unverkennbar eins mit ihm.

Ging mir ähnlich - auch ich musste in das Schneidersche Paralleluniversum erstmal reinwachsen...
Übrigens gibt es ja eineinhalb Verfilmungen mit (dem Vorgänger von?) Kommissar Schneider - hier und hier...

senf dazu
 
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