[aʊχ das nɔχ]
6. Arbeit und Konsum
Freitag, 1. Februar 2013, 10:32

Die gerechte Verteilung der Güter und der zu ihrer Erzeugung erforderlichen Arbeit ist wohl die vorrangige Aufgabe jeder Gesellschaft. Hier bietet sich das Prinzip der permanenten Bedarfsermittlung an, wobei Löhne als auch Preise durch das Gesetz von Angebot und Nachfrage ermittelt würden.

Denkbar und wahrscheinlich, da wünschenswert, wäre etwa folgendes Modell: jeder Mensch erhält (quasi als seinen Anteil an der industriell-maschinellen, ohne menschliche Arbeitskraft auskommenden Produktion) ein monatliches Bürgergehalt als Grundversorgung. Darüber hinaus gibt es einen freien (analog zu heutigen Börsen organisierten) Arbeitsmarkt, auf dem sich jeder kurzfristig seinen täglichen oder wöchentlichen Stundenplan zusammenstellen kann. Das mag beispielsweise so aussehen, dass ich morgens ins Internet gehe, nachschaue, welche Tätigkeiten in meiner Nähe (oder einem anderen gewünschten Arbeitsort) demnächst anliegen und wie sie bezahlt werden, mir dann die für mich angenehmsten oder auch die am besten bezahlten Angebote aussuche und meine Arbeitsstunden auswähle. Voraussetzung wäre natürlich, dass ich die erforderliche Qualifikation besitze. Eine Fließbandarbeit kann sicher jeder voraussetzungslos und im Stundentakt ausüben, einen Bereitschaftsdienst als Notfallchirurg im Krankenhaus dagegen natürlich nicht, weswegen letzteres sicherlich – dem Gesetz von Angebot und Nachfrage entsprechend – erheblich besser bezahlt würde. Dagegen ist es durchaus naheliegend, dass ein einfacher, aber unangenehmer Job (z.B. eine übergelaufene Toilette reinigen) besser bezahlt würde als ein „Traumjob“ (wie z.B. als Model über den Laufsteg schlendern, wofür evtl. sogar noch bezahlt werden müsste).

Solch eine Arbeitsorganisation würde den Menschen sicherlich sehr viel mehr Befriedigung verschaffen, als es heute der Fall ist. Anstatt jahrzehntelang in stumpfsinniger Routine vierzig Stunden wöchentlich, fünfzig Wochen jährlich in immerdemselben Betrieb die immergleiche Arbeit zu verrichten (wer genau dies möchte, könnte dies freilich weiterhin tun), hätte jeder die Möglichkeit, seine Tätigkeit und/oder seinen Arbeitsort jederzeit zu wechseln, sich freizunehmen (und entsprechend zu bescheiden) oder zu schaffen (und entsprechend mehr zu verdienen). Wieso nicht für ein Jahr im „eigenen“ (gelernten) Beruf, aber einem ganz anderen Land arbeiten? Weshalb nicht als Sachbearbeiter mal für ein Weilchen im Sommer als Erntehelfer schaffen? Warum nicht einmal für unbestimmte Zeit aus dem Erwerbsleben ausscheiden, um z.B. zu reisen oder eine Ausbildung nachzuholen?

Analog dazu könnte auch der aktuelle Bedarf an Konsumgütern ständig ermittelt und bewertet werden – im Sinne einer permanenten Planwirtschaft. Das könnte so aussehen, dass ich meine Einkäufe online nach Tagespreisen und Verfügbarkeit tätige (und ggf. Wünsche für die Zukunft äußere) und kurz darauf in den entsprechenden Läden abhole. Konkurrenzbedingte Überproduktionen (Butterberge, Milchseen) ließen sich dadurch ebenso wie längerfristige Engpässe leicht vermeiden. Der Preis jeden Konsumgutes errechnete sich dann aus seinen Herstellungskosten. Und auch dann gälte: Luxus hat seinen Preis – und manch heutiger materieller Luxus wäre dann mit Recht unbezahlbar.

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senf dazu


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