Ente am Ende
"Liebe ist, wenn es Landliebe ist"...
Sonntag, 8. Dezember 2013, 11:02

Alan Rusbridger, Chefredakteur der linksliberalen britischen Tageszeitung Guardian, in der vor einem halben Jahr die "Snowden-Papiere" veröffentlicht wurden, musste sich dafür kürzlich vor einem Innenausschuss des britischen Parlaments verantworten. Dort fragte ihn ausgerechnet der Labour-Abgeordnete Keith Vaz (also eine Art Spezialdemokrat): "Do you love this country?"

Eine wirklich selten dämliche, in diesem Zusammenhang allerdings eher perfide Frage. Gustav Heinemann hatte auf eine ähnliche Zumutung seinerzeit noch antworten können: "Ach was, ich liebe keine Staaten, ich liebe meine Frau; fertig!"; und natürlich stellt auch der Guardian fest: The Guardian editor should not have to love his country - Punkt bzw. Full Stop.

Der so Inquirierte antwortete allerdings pflichtschuldigst, natürlich sei er "Patriot" (und liebe vor allem die Pressefreiheit im Lande); was aber hätte ich wohl geantwortet, der ich keine Frau (mehr) habe und auch sonst dem Wesen der Liebe eher ratlos gegenüberstehe? Weitschweifige philosophische und lingusitische Erörterungen wären in einem solchen Rahmen der Anhörung vermutlich eher nicht möglich gewesen, und so hätte ich mich wahrscheinlich in die Simmel-Platitüde "Liebe ist nur ein Wort" geflüchtet - oder, noch viel besser, in English und mit Bob Dylan & Joan Baez: "Love is just a Four Letter Word"

senf dazu



sturmfrau, 2013.12.10, 15:35
Die passende Antwort wäre eine Gegenfrage gewesen: "Mr Vaz, do you think the British government loves the people? Love is incompatible with control."

Indeed a good answer (but nearby beyond my English abilities ; )
senf dazu
 
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