Ente am Ende
Alle Jahre wieder
Mittwoch, 4. März 2009, 07:23

Geburtstage... irgendwie habe ich zu diesem Brauch, den Jahrestag seines Amtsantritts als Erdenwesen feierlich zu begehen, ein ambivalentes Verhältnis. Zwar gratuliere ich pflichtschuldig und sogar gerne, wenn anderer Leutchen Geb-Tag ansteht, komme auch gerne zu entsprechenden Partys und scheue nicht einmal vor kleinen Präsenten zurück (obwohl gerade dieser Brauch des Schenkens und Beschenktwerdens, auch und sogar noch potenziert zu Weihnachten, ein besonderes Peinlichkeits- und Unheilspotential in sich birgt); mein eigenes Jubiläum hingegen schätze ich ganz und gar nicht hoch und halte es am liebsten und wenn möglich geheim.
Aber warum eigentlich?
Zunächst einmal finde und fand ich es schon immer irgendwie ungerecht, dass in aller Regel derjenige, den es zu Feiern gilt, die Fête selber auszurichten hat, mithin oft den meisten Stress und wenigsten Spaß an der ganzen Sache bekommt, wofür die Geschenke m.E. eine höchst unvollkommene Kompensation darstellen; dann fand ich es aber auch irgendwo dröge und einfallslos, jahrein jahraus immer am selben Datum seines Daseins zu gedenken, und in manchen Fällen sogar ungerecht - man denke etwa nur an die armen Würstchen, die z.B. am 24.12., am 1.1. oder am 29.2. geboren sind und mit denen kaum jemals oder allenfalls alle Jubel- bzw. Schaltjahre mal einer so richtig feiert, jedenfalls am Originalstichtag. Auch diejenigen, deren Ehrentag immer in irgendwelche Schulferien fällt, stehen von klein auf als Gelackmeierte da.
Wieso also, wenn überhaupt schon, nicht auch andere runde Jubiläen begehen? Den 100., 200., 300. vollendeten Monat etwa (letzterer fällt mit dem 25. Geburtstag zusammen); die 1.000. Woche (mit etwas über 19 Jahren); den 10.000. Tag (mit etwas über 27 Jahren), die 100.000. Stunde (mit ca. elfeinhalb Jahren), die 10.000.000. Minute (mit etwa 19) und die einmilliardste Sekunde (mit 31 einhalb) sowie die jeweiligen Vielfachen. Auf diese Weise böten sich nicht nur allerlei Anlässe zum Feiern und Beeiern, sie wären auch m.o.w. gleichmäßig über den Jahreslauf verteilt... es erforderte eben nur ein wenig Rechnerei.*
Und Achtung: nicht die Schalttage (und ggf. Schaltsekunden) vergessen, sowie die Unwägbarkeiten der Sommerzeit und der verschiedenen Zeitzonen...
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* Ich bin übrigens am 18. Februar 500 Monate alt geworden, was mir aber heute erst aufgefallen ist. Egal: zünftig begossen wurde es trotzdem... ; )

senf dazu



kamil, 2009.03.04, 08:57
hehe, das schreib ich auf meine Einladung: kamil feiert die 78840000ste Sekunde seines Daseins.

Ps. Glückwunsch zum 500sten.

Danke, Danke - und Glückwünsche retour zu (wenn ich meinem Taschenrechner Glauben schenken kann) 30 Monaten bzw. zweieinhalb Jahren (oder fehlte da am Ende doch ne Null? ; )


Oder ich bin überaus begabt und kann auch mit 78840000 Sekunden Dasein lesen und schreiben ;)

Die Glückwünsche nehme ich dann an Cesars Todestag an.
senf dazu
 

jean stubenzweig, 2009.03.04, 15:23
Ich lese und lese und denke mir zum Ende hin, endlich erinnert mich mal jemand an seinen Geburtstag, endlich bin ich mal pünktlich, und dann ... Na gut, dann gratuliere ich eben nachträglich zum Dasein. Das soll zudem dauerhaft gelten. Da muß ich micht ständig erinnern. Ich bin nämlich vergeßlich.

Bedankt - und tatsächlich fällt es mir auch sehr schwer, mich an Geburtstage außerhalb meiner engeren Familie zu entsinnen. Allerdings finde ich es auch unangemessen, dass manche Menschen es ernsthaft übelnehmen, wenn man vergisst, ihnen beizeiten zu gratul- bzw. kondolieren...

senf dazu
 
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