Ente am Ende
3. Das Prinzip des Permanenten Plebiszits
Freitag, 1. Februar 2013, 10:21

Die Grundregel ist ganz einfach: jeder Mensch hat bei jeder anstehenden Entscheidung, die ihn betrifft (bzw. von der er sich betroffen fühlt), das Recht, seine Stimme abzugeben. (Für Minderjährige und anderweitig beschränkt Entscheidungsfähige wäre zu erwägen, ob dieses Recht ggf. auf die jeweiligen Vormünder übergehen sollte.)

Jede Entscheidung kann im Nachhinein wieder zur Disposition gestellt und von einer entsprechenden Mehrheit revidiert werden.

Zu diesem Zweck ist es notwendig und auch wünschenswert, über das Weltgeschehen in Gegenwart und Vergangenheit so gut wie möglich informiert zu sein.

Die technischen Voraussetzungen bietet bereits heute das Internet. Jeder Mensch müsste Zugang dazu bekommen, um sich einerseits informieren und andererseits eigene Informationen (zu denen eben auch die eigenen Entscheidungen bzw. Präferenzen gehören) einspeisen zu können.

Um die Möglichkeiten Einzelner, Mehrheiten zu manipulieren, weitestmöglich einzuschränken, müssten freilich auch rasch die ökonomischen und politischen Verhältnisse demokratisiert werden. Große Konzerne, Medienmonopole usw. könnten qua Mehrheit verstaatlicht werden (vgl. unten: 5. Verallgemeinerung von Einzelvermögen); an die Stelle von Werbung/Propaganda träte dann die frei zugängliche und nachprüfbare Information. Nicht nur berufsmäßige Meinungsmacher, sondern jeder Einzelne könnte seine Erkenntnisse und Ansichten ins Netz und damit zur Disposition stellen.

Ebenso würde die Politikerkaste, die heute m.o.w. die Welt im Interesse der Wirtschaftseliten verwaltet, zu Dienstleistern der Weltgemeinschaft bzw. ihrer jeweiligen Mehrheiten. Nicht Entscheider/Macher für langfristige Legislaturperioden würden gewählt, sondern Verwaltungsbeamte zur Formulierung und Umsetzung von vielen tausenden täglichen Einzelentscheidungen.

Niemand wäre freilich gezwungen, bei allen oder auch nur bestimmten Entscheidungsprozessen mitzuwirken. In vielen Fällen wird sich nur eine verschwindend kleine, interessierte (und daher auch informierte und kompetente) Minderheit daran beteiligen. Sollte sich herausstellen, dass diese falsch gelegen hatte, würde es eine neue Debatte mit verstärktem Interesse und eine revidierte Entscheidung auf breiterer Grundlage geben.

Da auch kein Einzelner über mehr Entscheidungsgewalt verfügen würde als andere, müsste auch niemand an seiner früheren, als falsch erkannten Entscheidung festhalten, um sein Gesicht zu wahren, wie es heute leider allzu oft der Fall zu sein scheint.

Und schließlich bräuchte sich niemand mehr fremdbestimmt fühlen; denn auch wenn jeder gelegentlich in bestimmten Fragen unterliegen würde, müsste jeder Einzelne (rein mathematisch) in der Mehrzahl der Abstimmungen zur Mehrheit gehören. Mit anderen Worten: es würde nicht immer alles so kommen, wie wir (= jeder einzelne für sich) es uns vorstellen; aber es würde doch alles genau so geschehen, wie wir (= alle zusammen) es entscheiden.

<- InhaltKapitel 4 ->

senf dazu


 schon 1252 x druppjeklickt

Zur Petition Für eine Weiterentwicklung der Demokratie
Das Prinzip Permanentes Plebiszit

Wozu ist der Mensch auf der Welt? Zum Sterben.
Und was heißt das? Rumhängen und warten.

Charles Bukowski



disclaimer   Kostenloser Besucherzähler