Ente am Ende
Ein moderner Arbeitsbegriff
Versuch einer Definition bzw. Vision
Dienstag, 13. Mai 2014, 00:54

Arbeit (mhd. arebeit „Mühsal“, „Strapaze“, „Plage“) ist heute ein begehrtes Gut. Wer Arbeit hat, kann sich glücklich schätzen; wer keine hat, ist arm dran. Der Arbeitgeber gibt dem Arbeitnehmer (welche Begriffsperversion) eine Arbeitsstelle, um die der Arbeitnehmer kämpfen soll und wird, indem er sein Bestes gibt: seine Arbeitskraft.

Nicht zu arbeiten, nicht arbeiten zu müssen, war stets das Privileg der Reichen und Mächtigen. Nicht arbeiten zu können oder zu dürfen ist heute das Los großer und immer größerer Bevölkerungsteile; die Übrigen arbeiten dafür um so mehr und immer länger, um ihre Arbeitsplätze nicht zu verlieren. Der Mehrwert, den die arbeitenden Massen schaffen und den der Unternehmer sich aneignet, wird immer größer, da der zur Erzeugung von Gütern erforderliche Arbeitsaufwand durch die fortschreitende Rationalisierung stetig sinkt und mit ihm das „Lohnniveau“. Also arbeiten die weniger Werdenden, die noch Arbeit haben, wieder mehr und länger (Anhebung der Wochenarbeitszeiten, Überstunden, Erhöhung des Rentenalters usw.), wodurch dann auch noch mehr Menschen aus der „regulären“ Arbeitswelt herausfallen.

„Berufe“ sterben aus; immer mehr Menschen machen (hinter- und/oder nebeneinander) unterschiedliche und verschiedenste (meist besonders schlecht bezahlte) „Jobs“, die oft von Maschinen genausogut oder besser (aber eben nicht ganz so billig) ausgeführt werden könnten.
Bei anderen „arbeitet“ das Geld, was unverbrämt bedeutet, dass durch Kreditzinsen und nanosekundenschnelle Warentermingeschäfte einmal angehäufte Kapitalvermögen fast zwangsläufig immer weiter anwachsen – auf Kosten der nicht über nennenswerte Rücklagen vefügenden, arbeitenden oder arbeitslos von Almosen dahinvegetierenden Mehrheit.

Viele Arbeiten wären in einer echt demokratischen, gerecht organisierten Gesellschaft, in der die Produktionsstätten, Dienstleistungsagenturen und Ländereien nicht einigen Wenigen, sondern der Allgemeinheit gehören würden, nicht notwendig. Wo es keine Armen und keine (besonders obszön) Reichen mehr gibt, weil Fabriken, Warenlager und Geschäfte nicht in privatem, sondern öffentlichem Besitz sind, bliebe z.B. wenig zu sichern, zu bewachen und einzuzäunen. Eine echt demokratische Volks- und permanente Planwirtschaft hätte auch „Werbung“, Überproduktion und Konkurrenzverluste nicht mehr nötig.

Die dann noch verbleibende erforderliche Arbeit könnte dann gleichberechtigt (und täglich neu) verteilt werden – und die Löhne (wie auch die Preise) nach Angebot und Nachfrage „in Echtzeit“ ermittelt werden, sobald eine bedingungslose Grundversorgung (Nahrung, Wohnung, Heizung, Gesundheit usw.) für Alle gewährleistet ist (BGE). Im Vergleich zu heute hätten dabei mindestens 99% der Weltbevölkerung (und auch die ganz überwiegende Mehrheit „in diesem unseren Lande“) etwas bzw. viel zu gewinnen – und selbst die wenigen Superreichen (Spekulanten, Multimillionäre und Milliardäre, Konzernbosse, Großgrundbesitzer und deren Erben), die nach ihrer Enteignung (z.B. durch entsprechende Vermögens- und Erbschaftssteuern) auf einigen Luxus (Zweit- und Drittvillen, Privatinseln, 100-Meter-Yachten usw.) verzichten müssten, würden profitieren, indem sie das schöne Gefühl kennenlernen könnten, Andere nicht mehr automatisch als Untergebene, Schnorrer, Schleimer, Diebe oder Entführer ansehen zu müssen, sondern ihnen als Gleicher unter Gleichen offen begegnen zu können.

Ja, das wär was - fast zu schön, um wahr zu werden... Oder?

senf dazu


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Charles Bukowski



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