[aʊχ das nɔχ]
Und noch ein Offener Brief:
Campaigning #Campact
Samstag, 8. April 2017, 11:20

Liebe Leute von Campact,

auch wenn ihr mit professionellem Campaigning wahrscheinlich ein gutes, schönes und wahres Leben führt - würdet ihr dieses Privileg hintanstellen und das radikal demokratische Prinzip, welches ihr implizit propagiert, zum Gegenstand einer eigenen (Meta-)Kampagne machen?

Falls ja, wie wäre es dann mit einer Petition folgenden Inhalts:

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, bundesweite Plebiszite („Volksentscheide“) einzuführen mit der Perspektive, sie so schnell wie möglich zur alleinigen Grundlage politischer Entscheidungsfindung zu erheben, und zwar regional und national sowie in längerfristiger Perspektive kontinental und global.

Solidarische Grüße

usw.
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Was nur ganz wenige Eingeweihte wissen: so eine Meta-Petition gibt es bereits...

senf dazu



birgitdiestarke, 2017.04.12, 00:07
Nun kann der Deutsche Bundestag ja nicht beschliessen, dieses kontinental und global einzuführen, sondern nur für Deutschland. Und dann kann er es in die EU einbringen, aber beschliessen kann er da auch nichts.

Ich habe mir die Meta-Petition angesehen. Es scheint sich um eine dänische Webseite zu handeln. (???) Einige der Überschriften stehen dort in dänischer Sprache.

Der Bundestag müsste natürlich (via z.B. EU und UNO) entsprechende Initiativen einbringen, die dann gemeinsam beschlossen werden könnten (oder auch nicht).

Die openPetition-Plattform hat ihren Sitz eigentlich in Berlin (und sieht bei mir auf dem PC auch nicht sehr dänisch aus), aber vielleicht erkennt sie den Standort einer Abfrage und wird teilweise entsprechend übersetzt...?
senf dazu
 

kasgra, 2017.04.16, 23:24
"alleinige Grundlage politischer Entscheidungsfindung"?
Ich frage mich, wann diese pseudo-demokratische Volksentscheid-Dystopie Utopie geboren wurde. Mir scheint's als bleibe beim Wunschdenken, jede kritische Auseinandersetztung aus.

Soll jede polititsche Entscheidung per Volksentscheid getroffen werden? Wie oft sollen die denn standfinden? Monatlich, Wöchentlich, Täglich? Sowohl Regional, national, kontinental und global?
Lieber abstimmen als arbeiten? Klingt ja wie das Berufsbild eines Politikers!

Und die fehlende Expertise... Den Haushaltsplan möchte ich überhaupt nicht erst sehen... Oder Gesetzestexte von der stumpfen Allgemeinheit durchgewunden, nun Schreck jedes anständigen Juristen und Richters...

Der (nichtsoabwegigen) Phantasie sind keine Grenzen gesetzt...

Wer gehört denn zu der stumpfen Allgemeinheit, erzählen Sie doch mal ... ;o)

Wir haben viel zu viele Gesetze, je mehr Gesetze, desto mehr Gesetzeslücken und dann all die unanständigen Juristen, die diese ausnutzen. ;o)

@kasgra
Die Abstimmung soll natürlich täglich bzw. permanent stattfinden, so wie die Leute auch in Zeitung, TV oder Internet Nachrichten schauen - z.B. erstmal in Form eines einfachen "Like/Dislike"-Buttons.
Was sollte daran abwegig sein? Wer wüsste denn besser als die Mehrheit der jeweils Betroffenen, welche Entscheidung die richtige wäre - etwa eine kleine Minderheit von Berufspolitikern und Lobbyisten (selbst wenn diese im Sinne der Allgemeinheit "wohlmeinend" und nicht von eigenen Interessen getrieben wären)? Das glauben Sie doch wohl selber nicht.

@birgit
Die Mehrheit (Gott sei Dank!) hat eben nicht Juristerei (noch Medizin...) studiert. Ich auch nicht. Trauen sie sich zu, Gesetzestexte zu schreiben? Moralisch bzw. Ethisch? Ich mir nicht.
Manches sollte man eben den "Experten" überlassen. Mit Weitblick und Erfahrung - und eben Expertise.

@txxx6
Abstimmungen täglich bzw. permanent? per Like/Dislike? Politik als konstanter, allgegenwärtiger Prozess?
Wann hat der verantwortungsbewusste Wähler (oder besser Volksentscheider) die Zeit sich zu informieren? Wie bleibt man auf dem aktuellen Stand? Wie und Wo finden die Diskussionen und Abwägungen statt? Und mit welcher Zeit? Oder werden wir alle Berufspoltiker?
Oder muss ich intuitiv abstimmen? Von Klick zu Klick ohne Nachzudenken? Volles Vertrauen auf die "Schwarmintelligenz".

Ich glaube, dass ist Unsinn. Fragen sie mal einen Arzt ob die Mehrheit der "Betroffenen" (Kranken) die richtige Diagnose stellt, geschweige denn die richtige Therapie verordnet. Es ist ein einfacher, aber mächtiger Vergleich.
Es geht um Wissen und Verständnis und Zeit.
Um es ins Absurde zu führen: Sie sind krank. Lassen sie sich von der Mehrheit, einer Gruppe aus Metzgern, Juristen, Germanisten, Politessen eine Therapie verschreiben?
Oder doch von einem Arzt mit abgeschlossenem Studium und vor allem Erfahrung (der vielleicht aber auch eine teurere/schlechtere Therapie verschreibt, weil er dann extra Kohle von der Pharmaindustrie bekommt)?

Woher kommt das fehlende Vertrauen in die Expertise unserer Politiker, sind die doch gewählt von der Mehrheit, die ihnen eben jene Expertise ja irgendwo zusprechen, sonst hätte man sie ja nicht gewählt?

Bei komplexen Fragen gibt es Experten, deren (eventuell verschiedene) Meinungen ich mir anhören und daraufhin entscheiden kann - oder ich enthalte mich (vorerst).

Bei vielen Fragen (Soll in meinem Viertel eine Straße gebaut werden oder lieber die Grünfläche stehenbleiben? Soll die Menschheit eine Marsmission finanzieren oder erst den Hunger auf der Welt beseitigen?) können und sollten aber auch Nicht-Experten mitentscheiden, und die Zeit, uns zu informieren, haben und nehmen wir uns ja m.o.w. auch jetzt schon.

Politiker sind vor allem Experten darin, (wieder)gewählt zu werden - ihnen darüber hinaus allzuviel zuzutrauen, wäre naiv.

@Kasgra
Meine Frage nach der stumpfen Allgemeinheit haben Sie allerdings nicht beantwortet. Jetzt reden Sie vermildert von Mehrheit, die anscheinend nicht stumpf ist?

Gesetzestexte sind oft viel zu kompliziert. Wer bestimmt, dass sie so zu sein haben und nicht anders? Klartext wäre wesentlich besser.

Expertise kann auch zu Tunnelblick führen anstatt zu Weitblick. Dass unsere Politiker keinen Weitblick besitzen beweist doch die Anhebung des Rentenalters bei gleichzeitiger Jugendarbeitslosigkeit (ich rede hier von Dänemark). Vielleicht ist das billiger, den Jungen Sozialhilfe zu bezahlen, als den Alten Rente, aber zeugt das von Weitblick? Eine Generation von Sozialhilfeempfängern soll dann irgendwann einmal den Laden übernehmen?

Und was ich von Ärzten schon alles an Mist gehört und erlebt habe, da schüttelt man nur den Kopf.
senf dazu
 
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Zur Petition Für eine Weiterentwicklung der Demokratie
Das Prinzip Permanentes Plebiszit

Wozu ist der Mensch auf der Welt? Zum Sterben.
Und was heißt das? Rumhängen und warten.

Charles Bukowski



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