Ente am Ende
Schwarmintelligenz
oder: Es könnte so schön einfach sein...
Mittwoch, 12. Dezember 2018, 13:25

Stellen wir uns kurz einmal vor, all die historischen Grenzen, Vorbehalte und gewachsenen Ungerechtigkeit gäbe es nicht bzw. sie seien wie durch Zauberhand überwunden: Wie könnten wir als eine solche Gesellschaft mit den heutigen technischen Mitteln dann unser Arbeits- und Zusammenleben sinnvoll gestalten?

Zunächst gälte es, unseren gemeinsamen Bedarf zu ermitteln – was so aussehen könnte, dass wir für alle Waren (Güter und Dienstleistungen (nicht nur) des täglichen Bedarfs) einen interaktiven Einkaufszettel in Echtzeit führen würden, dessen Inhalt uns dann wahlweise zur Abholung bereitgestellt (in Supermärkten) oder geliefert werden könnte, wobei dann punktgenau das produziert würde, was wir benötigen– ohne Engpässe und Überproduktionen.

Dann könnte im nächsten Schritt auch der zu diesem Gesamtbedarf notwendige Aufwand (die Arbeit) organisiert und aufgeteilt werden – wobei starre Arbeitszeiten zwar, wo gewünscht (oder auch notwendig), möglich sein müssen, aber ebenso auch sehr flexible Taktungen. (Die 40-Stunden-Woche für alle z.B. ist ebenso wenig sinnvoll zu füllen wie allgemein wünschenswert.) Es müsste einen Kündigungsschutz geben, aber ebenso die Möglichkeit, seinen Arbeitsort und auch die Art seiner Arbeit auf Wunsch neu zu gestalten.

Nun können nicht alle Menschen alle Sachen gleich gut, und oft möchten Menschen auch lieber eine Arbeit tun, die sie nicht so gut beherrschen, als das, worin sie vielleicht besonders gut ist.
Es sollte also einen Produktivitätsfaktor geben (z.B.: eigene P. durch den Mittelwert aller, welche die gleiche Arbeit verrichten), mit dem der Stundenlohn dann multipliziert würde.

Beispiel: Ich produziere (weil ich es gerne ruhig angehen lasse oder weil ich nicht besonders geschickt darin bin) fünfzig Stück (von was auch immer) pro Stunde, während der Durchschnittswert für diese Tätigkeit bei 100 Stück liegt; dann bekäme ich von einem Durchschnittsstundenlohn von 20 € eben nur 50/100 = 50% gleich 10€ in der Stunde, während meine Kollegin (die vielleicht ein bisschen fleißiger oder geübter als ich ist) 200 Stück pro Stunde schafft und dafür 40€ erhält.

Um dieses Missverhältnis zu meinen Ungunsten künftig zu ändern, könnte ich mich mehr anstrengen oder auch eine andere Arbeit tun, die ich vielleicht besser beherrsche.

Wie aber wären diese Stundenlöhne gerecht zu berechnen? Durch den Gegenwert aller Güter und Dienstleistungen, welche wir als Bedarf angegeben haben – wobei wenig nachgefragte bzw. schwer herzustellende Waren teurer sein müssten als der tägliche Bedarf, ebenso wie schwere und/oder komplizierte Tätigkeiten besser belohnt werden sollten als einfache Arbeiten. Der Preis von Ware und Arbeit stehen also im jeweiligen Verhältnis, passen sich aber ständig neu an.

Beispiel Preis: Ein Brot kostet so viel, wie es an Rohstoffen, Produktionsmitteln sowie Arbeitsaufwand kostet, es her- und bereitzustellen. Wird mehr Brot nachgefragt und produziert, würde es entsprechend (durch niedrigeren Fixkostenstückanteil) günstiger; bei niedrigerer Nachfrage teurer.

Beispiel Stundenlohn: An einer Maschine zu arbeiten, die nur wenige bedienen können und/oder wollen, zahlt sich mehr aus, als einer Urlaubsgruppe Tanzschritte oder auf dem Laufsteg Stücke einer Modekollektion vorzuführen.


Dies alles ließe sich durch die zunehmende Automatisierung und Digitalisierung so gestalten, dass nicht nur alle Menschen ein Auskommen auf dieser Erde hätten (globales Mindesteinkommen), sondern auch viel weniger arbeiten müssten als heute üblich (und es eher darum gehen könnte, das bestimmte Lieblingsarbeiten „knapp werden“) und nebenbei auch noch (durch wegfallende Überkapazitäten und vor allem weniger Konkurrenzkosten) gemeinsam die selbstmörderische Ressourcenverschwendung weniger würde.

Und schließlich wäre dies auch eine ganz zeitgemäße und sinnvolle Art, unser politisches Zusammenleben zu organisieren: Mit einer permanenten Abstimmung in Echtzeit zu allen politischen Fragen auf unserem politischen Wunschzettel. Ich könnte also jederzeit mich über alle Themen informieren und gleichberechtigt meine Stimme abgeben (oder delegieren oder enthalten).

Vgl. dazu den Artikel Selbstermächtigung durch Selbstüberwindung

senf dazu


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Wozu ist der Mensch auf der Welt? Zum Sterben.
Und was heißt das? Rumhängen und warten.

Charles Bukowski



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