Ente am Ende
O tempora, o mores!
Dienstag, 20. November 2018, 15:28

Normalerwiese plane ich meine Wege über den Hauptbahnhof so, dass ich dort keinen längeren Aufenthalt habe, und falls diese Planung rauschbedingt misslingt, hat das dortige Zeitungskiosk meist schon zu – heute jedoch hatte ich seit längerer Zeit mal wieder die Muße, mich in dem dortigen Sortiment ein wenig umzusehen. Dabei fiel mir zweierlei auf:

Erstens: Das, wofür der Bahnhof einstmals prädestiniert und berühmt-berüchtigt war, kommt heute gar nicht mehr vor: Sex- und Schmuddelheftchen, womit ich jetzt gar nicht mal echten Hardcore meine, sondern die mehr oder weniger normale Büdchenware von Happy Weekend über Coupé bis Praline; lediglich der alt(!)ehr(?)würdige Playboy war dort noch zu finden, dafür aber prominent displayed direkt am Eingang.

Zweitens: Alle, aber wirklich alle Jugendzeitschriften (die übrigens nach Jungen und Mädchen (rosa!) getrennt in zwei ganz verschiedenen Ecken ausliegen), kommen heute daher wie ein Yps-Heft, also in Plastik eingeschweißt mit irgendeinem Gimmick aus billigem Plastik, weshalb ich mich fast ein bisschen wundere, dass das Original nicht mehr existiert (wahrscheinlich eben grade drum); selbst auf der von mir in meiner Kindheit so sehr geliebten Micky Maus prangte vorne am Deckblatt nicht nur ein „Furz-Bewegungsmelder“ (vgl. Bild), sondern obendrein noch ein Tütchen mit Sammelbildchen; und muss ich noch extra erwähnen, dass mir beim Durchblättern angesichts der völlig lieblos zusammengehauenen und Inhalte wieder einmal fast die Tränen kamen...?

Wie der verantwortliche (oder vielmehr verantwortungslose) und dafür nicht genug zu tadelnde Ehapa-Verlag mit dem Erbe von Dr. Erika Fuchs umgeht – das ist doch die wahre Pornographie!

senf dazu


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