Ente am Ende
Das Leben in den Zeiten von Corona
Mittwoch, 25. März 2020, 08:52

Handschmeichler CORONA

März 2020 – die Zukunft hat begonnen! Genauer: Der Frühling hat begonnen, die Sonne strahlt vom wolkenlosen Himmel – aber wer sich jetzt (so wie ich sonst) mit ein paar Gleichgesinnten im Grünen träfe, riskierte empfindliche Geldbußen oder im Wiederholungsfalle sogar ein paar Jahre Knast.

Schlechte Zeiten also für die Geselligen, die Partypeople, auch für die Reiselustigen – sie alle sind jetzt zum Allein- und Daheimsein verdonnert. Nicht ganz so schlechte Zeiten dagegen für die Stubenhocker (bzw. Pascalianer), die ohnehin nicht gerne unter Leute gehen und nun ihr wenig soziales Wesen zum neuen Gesellschaftsideal erhoben sehen: „Früher saß ich bloß so zuhause rum – heute rette ich Leben!“

Das Virus bedroht, so ist zu hören und zu lesen, vor allem Alte und Kranke – somit ist es ein darwinistisches Vehikel gegen die Überbevölkerung (Stichwort: „Triage“). Es wird auch eher die Armen treffen als die Reichen – unter den Ländern (die sich ja zur Zeit vor allem gegeneinander abschotten, anstatt gemeinsam zu agieren) ebenso wie innerhalb der Gesellschaft. Unter Kontaktverboten und Ausgangssperren leiden sicher die am wenigsten, welche die größten Wohnungen, Häuser, Gärten und die meiste Unterhaltungselektronik besitzen.

Gute Zeiten dagegen für die etablierten Medien (öffentlich-rechtliche Fernsehsender) und die etablierten Politiker, die jetzt täglich neue Maßnahmen verkünden dürfen. Schlechte Zeiten dagegen für die außerparlamentarische Opposition – PEGIDA fällt jetzt ebenso aus wie Demos für die Flüchtlings- oder Klimarettung. Auch die Hooligans müssen vorerst zu Hause bleiben.

Gute Zeiten für die Umwelt? Immerhin, der CO2-Ausstoß dürfte zur Zeit merklich abgenommen haben. (Hat Greta Corona erfunden?)

Schlechte Zeiten für die Wirtschaft, heißt es, und zumindest viele kleine Läden werden wohl pleitegehen. Gute Zeiten dagegen für die großen Konzerne („Systemrelevanz“), für die Gesundheits- und Hygiene-Industrie (und vor allem für Klopapierhersteller).

Schlechte Zeiten für Sport, Kunst, Kultur (Bibliotheken, Schulen und Unis geschlossen) – gute Zeiten dagegen für „digitale Anbieter“, für Google, Amazon, Facebook usw.

Gute Zeiten für die alten Familienwerte (doch Obacht: es droht eine erhebliche Zunahme häuslicher Gewalt und häuslichen Missbrauchs). Schlechte Zeiten für Promiskuität (Swinger-Clubs und Puffs sind zu – aber prekäre Prostitution ist womöglich billig wie nie).

Gute Zeiten auch für die vielbeschworene „Solidarität“? Oder doch eher für den allumfassenden Überwachungsstaat?

Es könnte natürlich sein, dass jetzt die Armen, Alten, Kranken, Unangepassten, Disziplinlosen, Aufmüpfigen und Systemirrelevanten gnadenlos aussortiert, weggesperrt und ausgemerzt werden.

Vielleicht aber (und das muss ja nicht einmal ein Widerspruch sein) können wir auf diesem Wege auch unser verderbliches kapitalistisches Wachstums-Credo überwinden, und es winken bedingungsloses Grundeinkommen, gerechte Umverteilung, Klimaneutralität und unmittelbare Demokratie...

Oder es kommt die Apokalypse. Aber dann erleben wir das wenigstens live!

senf dazu



genium, 2020.03.25, 14:12
Na Hauptsache, - du hast
am Ende noch deine Ente,
die du dann essen kannst. ;)

Bei der gegenwärtigen Versorgungslage würde ich mir mit ner Ente wohl eher den Arsch abwischen... ; )

LOL

Ja, dieser Gedanke ist zurzeit naheliegend,
bei dem derzeitigen Toilettenpapiermangel. :D

Aber ob es wirklich sinnvoll ist, die Ente
so zweck zu entfremden, ist fragwürdig.

Ich glaube, die Ente würde es im Zweifelsfalle vorziehen, als Arschputz zu dienen, denn als Mahlzeit zu enden... :D

Ach, du gehst von einer lebenden Ente aus?

Der könntest du ja dann auch einige Federn
ausrupfen und sie als "Werkzeug" benutzen.

Das würde der Ente wohl besser gefallen,
als als Putzlappen verwendet zu werden. ;)

Ich stelle mir das so (nämlich ganz ökologisch) vor:
Ente als Arschwisch verwenden, dann zu Wasser lassen, wo sie ihr Gefieder reinigen kann - und dann bei Bedarf wiederverwenden. ; )
senf dazu
 
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