[aʊχ das nɔχ]
Samstag, 8. April 2017
Und noch ein Offener Brief:
Campaigning #Campact
Samstag, 8. April 2017, 11:20

Liebe Leute von Campact,

auch wenn ihr mit professionellem Campaigning wahrscheinlich ein gutes, schönes und wahres Leben führt - würdet ihr dieses Privileg hintanstellen und das radikal demokratische Prinzip, welches ihr implizit propagiert, zum Gegenstand einer eigenen (Meta-)Kampagne machen?

Falls ja, wie wäre es dann mit einer Petition folgenden Inhalts:

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, bundesweite Plebiszite („Volksentscheide“) einzuführen mit der Perspektive, sie so schnell wie möglich zur alleinigen Grundlage politischer Entscheidungsfindung zu erheben, und zwar regional und national sowie in längerfristiger Perspektive kontinental und global.

Solidarische Grüße

usw.
____________________________________________________________
Was nur ganz wenige Eingeweihte wissen: so eine Meta-Petition gibt es bereits...

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Freitag, 7. April 2017
Plädoyer für einen zeitgemäßen Kommunismus
Freitag, 7. April 2017, 12:14

Ich komme aus einem kommunistischen Elternhaus (resp. einer Studentenbude) in der BRD und bin im Spannungsverhältnis von sozialistischer Utopie und real existierendem Kapitalismus aufgewachsen; und ich habe nie verstanden, warum sich meine Eltern und die meisten ihrer Genossinnen und Genossen nach dem Zusammenbruch der DDR und der Sowjetunion weitgehend aus der Politik zurückgezogen haben; so als wäre all das, wofür sie zuvor gekämpft hatten – Überwindung der Ausbeutung und der mörderischen, kriegerischen Konkurrenz zwischen den Einzelnen, Klassen und Völkern – plötzlich nicht mehr wahr und richtig gewesen.

Dabei zeigt uns ein kurzer Blick auf unsere Gegenwart, wie bitter überlebensnotwendig diese Ziele immer noch und mehr denn je sind.

Ich kann ja verstehen, dass die Enttäuschung über den Niedergang und die Verkorkstheit des real existiert habenden Sozialismus riesengroß war und ist; aber daraus nicht die geeigneten Lehren zu ziehen und einen besseren, wahren, demokratischen Sozialismus anzustreben, sondern zu resignieren und das jetzige System als gegeben hinzunehmen, würde ich als persönliche Bankrotterklärung bezeichnen.

Im Gegensatz zur Sowjetunion (1917-1991) und zur DDR (1949-1990) haben wir heute mit dem Internet die technischen Möglichkeiten für eine echte Herrschaft des Volkes, bei der alle Entscheidungen gleichberechtigt von allen Betroffenen gefällt werden können, und damit auch für eine realistische, den Bedürfnissen permanent anzupassende Planwirtschaft; und es wäre nicht nur töricht, sondern selbstzerstörerisch, wenn wir uns dieses naheliegende Gesellschaftsmodell von den Reichen und Mächtigen für ein Linsengericht (bzw. die neuesten Smartphones, noch größere Shopping-Malls und weltweite Billigflüge) ausreden und abkaufen ließen.

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Donnerstag, 6. April 2017
Der neue Antisemitismus
Donnerstag, 6. April 2017, 21:49

Dass die Araber ebenso wie die Hebräer eine semitische Sprache sprechen, hat sich ja inzwischen vielleicht einigermaßen herumgesprochen. Dass die rechtsextremen, nationalistischen, rassistischen, identitären, völkischen und populistischen Bewegungen in Europa, die vor allem durch eine Gemeinsamkeit geprägt sind, nämlich eine mehr oder weniger radikale Ablehnung alles Islamischen (und damit, da der Koran in Arabisch verfasst ist, alles Arabischen), somit auch antisemitisch sind, ist aber nicht nur eine linguistische Spitzfindigkeit; vielmehr sind die Mechanismen der Abwertung und Verunglimpfung, derer sich in weiten Teilen der Bevölkerung angesehene neurechte Theoretiker von Thilo Sarrazin bis Henryk M. Broder bedienen, durchaus mit denen vergleichbar, die den „klassischen“ Antisemitismus definieren.

(Wenn hier nichts mehr zu sehen ist, wurde das Bild von PI-News für diese Seite gesperrt...)

Oder fällt z.B. irgendeinem nur halbwegs historisch gebildeten Menschen zu solchen Abbildungen auf den (bei „besorgten Bürgern“ irgendwo zwischen PEGIDA, AfD und dem Mainstream so beliebten) „PI-News“ irgendetwas anderes ein als „Stürmer-Stil“?

(Wenn hier nichts mehr zu sehen ist, wurde das Bild von PI-News für diese Seite gesperrt...)

Hegel bemerkt irgendwo, daß alle großen weltgeschichtlichen Thatsachen und Personen sich so zu sagen zweimal ereignen. Er hat vergessen hinzuzufügen: das eine Mal als große Tragödie, das andre Mal als lumpige Farce, schrieb Marx in Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte (1852); und als lumpige Farce würde ich es auch bezeichnen, dass die meisten dieser neurechten Demagogen sich als explitit israelfreundlich und „pro-semitisch“ gerieren (und dabei auf einen angeblichen islamischen Antisemitismus abheben); so bezeichnet sich die AfD aktuell als Garant jüdischen Lebens...

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Lichtblick
Donnerstag, 6. April 2017, 13:18

Es mag erstaunlich klingen - aber die beste, treffendste und wohl auch effektivste Medien-, Kultur- und Kapitalismus-Kritik kommt meines Erachtens zur Zeit von Jan Böhmermann ausgerechnet beim ZDF im Neo Magazin Royale!

Hier ein schönes aktuelles Beispiel:

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Mittwoch, 5. April 2017
Offener Brief an Jacques Tilly
Mittwoch, 5. April 2017, 13:29

Sehr geehrter Herr Tilly,

wissen Sie eigentlich, dass nur drei Wochen nach Ihrer für den 27. April geplanten Lesung im Weinlokal FeinStil (Kirchfeldstraße 120 am Fürstenplatz in 40215 Düsseldorf) der rechte Demagoge Thilo Sarrazin am 18. Mai dort ein Forum geboten bekommt?

Das empfinde ich nicht als besonders feinen Stil - und vielleicht möchten Sie (gerade angesichts Ihres öffentlichen Engagements gegen Rechts, z.B. die AfD) sich noch einmal überlegen, ob Sie diesen Ort wirklich durch Ihre Veranstaltung hoffähig machen wollen...?

Mit solidarischen Grüßen

usw.

Zur Erinnerung, was für ein unglaublicher Idiot (und aber leider auch Wegbereiter von alternativen Fakten für "besorgte Bürger", PEGIDA, AfD und Konsorten) dieser Sozi Narrazin ist, hier noch einmal eine Impression aus dem Jahr 2010, als er die Abschaffung Deutschlands heraufbeschwor...

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Dienstag, 4. April 2017
Rest der Welt bitte nicht vergessen...
Dienstag, 4. April 2017, 19:09

Im Gegensatz zu vielen meiner strengeren Fratzbuch-Kontakte habe ich nichts gegen die Initiative Pulse of Europe, denn ich finde es erstmal rundum positiv, wenn endlich wieder massenhaft Leute für ein nicht-nationales Anliegen auf die Straße gehen; aber dabei sollten wir natürlich nicht vergessen, dass es vor allem um global-demokratische Ideen gehen sollte und nicht um kontinental-neoliberale Interessen (wie bei der EU in ihrer jetzigen Verfasstheit) - und deshalb fände ich es schön, wenn demnächst neben den Europa-Bannern auch (oder sogar stattdessen) die schon fast vergessene Flagge der Vereinten Nationen sonntags über den Zentren der Metropolen und den Köpfen der Internationalisten wehen würde.

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Der Wahlkrampf hat begonnen:
Es spricht der Alkoholist
Dienstag, 4. April 2017, 09:45

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Montag, 27. März 2017
Tempi passati
Montag, 27. März 2017, 10:06

Heute bin ich ja eher digital naiv – in meiner Jugend jedoch war ich (für damalige Verhältnisse) ein waschechter digital native.

1982 (da war ich 14 oder 15) schenkte uns Onkel Geo aus München, seines Zeichens Mathematiker, einen Sinclair ZX81 mit Folientastatur, auf dem ich erste Programmierversuche startete – ich erinnere mich an ein Spiel, bei dem zufällig von oben herantaumelnde Os von einem auf der Grundlinie hin und her zu bewegenden Y aus mit Punkten abgeschossen werden konnten (im Grunde eine ganz billige Version von Space Invaders) und das nach etwa einer Minute stets stehenblieb, weil der Arbeitsspeicher von 1 KB voll war.

Ein Jahr später kam ich in die Elf und wählte Mathe und Informatik als Abifächer.

Unsere Kollegschule verfügte damals über einen(!) Dietz-Rechner mit den Ausmaßen eines mannshohen Kühlschranks, in den Floppy-Disks von fast LP-Größe (acht Zoll) einzuführen waren und der über ganze vier Arbeitsplätze verfügte, die wir uns bis 1985 (als auf einmal 16 Apple-PCs für für uns bereitstanden) mit allen anderen Informatik-Klassen teilen mussten, so dass die persönliche Zeit am Computer auf maximal zwei Stunden pro Woche beschränkt war.

Dies war äußerst unbefriedigend, und ich erinnere mich an ein kleines Störprogramm, welches ich damals in BASIC geschrieben habe und das ungefähr so lautete:

10 PRINT CLEARSCREEN
20 INPUT A$
30 IF A$="ERROR 5697 ?" THEN GOTO 60
40 PRINT "ERROR 5697"
50 GOTO 20
60 PRINT "FALSCHER BENUTZER AM GERAET"
70 GOTO 20

Wenn dieses Programm gestartet wurde, sorgte es zunächst für einen „sauberen Bildschirm“ (damit nicht zu sehen war, dass bereits ein Programm lief) und simulierte dann die normale Eingabeoptik (ein blinkender Cursor). Aber egal, was eingegeben wurde – nach Drücken der ENTER-Taste erschien immer die selbe (fiktive) Fehlermeldung ("ERROR 5697"), und nur, wenn diese in der üblichen Form abgefragt wurde, erschien die Erklärung: "FALSCHER BENUTZER AM GERAET".

Als wir wieder einmal aus dem Computerraum gescheucht wurden, weil die (bei uns besonders unbeliebten) Handelsschüler irgendeine stupide Buchhaltungs-Software einüben sollten, starteten wir dieses Verarschungsprogramm auf allen vier Terminals und beobachteten dann durch die Scheibe, wie diese Doofis daran verzweifelten und tatsächlich die Plätze tauschten, um irgendwie den richtigen Benutzer ans dazugehörige Gerät zu bekommen, bis nach ca. einer Stunde ein zu Hilfe gerufener Lehrer das Elend in Endlosschleife mit einem ebenso beherzten wie genervten Affengriff (Strg + Alt + Entf) schließlich beendete.

Wenn damals herausgekommen wäre, dass dieser schelmische kleine Streich auf meine Kappe ging, hätte ich (laut Ansage unseres zuweilen etwas furchteinflößenden Informatik-Lehrers) für den Rest meiner Schulzeit Computerraumverbot bekommen; aber heute ist es wohl verjährt, und ich bitte um Verzeihung, falls diese Aktion die Karriere des einen oder anderen Handelsschülers be- oder gar verhindert haben sollte. Ich selber jedenfalls bin leider nach dem Abi nicht der Informatik treu geblieben, sondern habe törichterweise Sprach- und Literaturwissenschaft studiert – weshalb ich nun nicht in Geld schwimme, sondern Stammgast bei der Tafel bin.

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Mittwoch, 22. März 2017
Der Wahlkrampf hat begonnen:
SPD oder Grüne wählen
für eine solidarischere Politik?
Mittwoch, 22. März 2017, 14:11

An alle, die damals noch zu jung waren oder es heute schon vergessen haben: es war die SPD unter Kanzler Gerhard Schröder in Koalition mit den Grünen (Außenminister Joseph Fischer), die ab 1998 nach 16 Jahren Helmut Kohl* den Sozialstaat durch die „Gesundheitsreform“ und Agenda 2010 (Hartz IV usw.) mehr oder weniger abgeschafft und nebenbei auch noch die Verfassung gebrochen hat, indem sie die Bundeswehr (laut Grundgesetz eine reine Verteidigungsarmee) Kosovo und Jugoslawien bombardieren ließ und später auch Afghanistan (SPD-Kriegsminister Volker Struck: „Unsere Sicherheit wird (...) am Hindukusch verteidigt“).

Im derzeitigen Bundestag hätten Spezialdemokraten, Olivgrüne und Linke eine Mehrheit und könnten gemeinsam einen Kanzler wählen – aber Kandidat Peer Steinbrück und seine Parteigänger zogen es vor, sich als Juniorpartner abermals für eine „Große Koalition“ herzugeben und Angela Merkel weitere vier Jahre „alternativlose Politik“ zu ermöglichen; „weiter so“ also für die Wirtschaft getreu dem Wachstumsdogma, mit der „schwarzen Null“ (d.i. Wolfgang Schäuble) und Rettung und Stützung des Bankensektors auf Kosten und zu Lasten der kleinen Leute von Griechenland bis Bitterfeld (wie auch von Martin Schulz als EU-Präsident mitgetragen), anstatt eine eigene Politik sozialen Ausgleichs zu wagen.

Steinbrück ist übrigens inzwischen Bankberater, Schröder immer noch gut im Geschäft mit Nord Stream AG (Gazprom) und Fischer als Lobbyist u.a. für Siemens, BMW und RWE tätig. In Baden-Württemberg hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann für die Grünen derweil bewiesen, dass auch sie im Sinne der Wirtschaft „regierungsfähig“ sind.

Wer angesichts dessen immer noch glaubt, eine Stimme für SPD oder Grüne würde zu solidarischer, sozialerer Politik führen, darf wohl als naiv bezeichnet werden. Eine kleine Hoffnung bleibt indes: Vielleicht könnte ja eine möglichst stark gewählte Linke im nächsten Bundestag helfen…?
_________________________________________________________
* Spitzensteuersatz unter Kohl: 56 bzw. 53 Prozent – heute 42 bzw. 45 Prozent; die SPD hat also eine Politik (mit)gemacht, welche die Höchsteinkommen zu Ungunsten der Allgemeinheit entlastet.

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Dienstag, 21. März 2017
Pegida-Pattaya-Connection
Dienstag, 21. März 2017, 12:17

Als ich gestern im WDR die Doku Nie mehr Deutschland - Letzte Ausfahrt Pattaya sah, wurde mir klar, warum der "kleine Mann" in Doitschland oftmals gar kein Interesse hat an einer halbwegs gerechten Welt, in der dann auch keiner mehr aus wirtschaftlichen Gründen "flüchten", für Spottgelder arbeiten (und so das Lohnniveau drücken) oder kriminell werden müsste: weil dann auch die ganze Elendsprostitution in Ländern wie Thailand, die so viele Frührentner aus dem "reichen Westen" in Anspruch nehmen, da sie sich anderweitig keiner Frau mehr zumuten könnten, ihr Ende fände.

Wie die Doppelmoral dieser Herrschaften funktioniert, zeigt meines Erachtens ganz gut das auf deutsch in Pattaya erscheinende Magazin "HALLO", welches z.B. aktuell einen herzerweichenden Bericht über zwangsverheiratete Minderjährige im Grenzgebiet zwischen Myanmar und Malaysia enthält, in dem natürlich die Bösen Muslime sind - und direkt daneben Reklame macht für "das beliebte Jade House", in dem 20 bis 30 freundliche Damen den Gästen beim Stressabbau behilflich sind und dessen Fratzbuch-Seite verheißt: "Bei uns wird auch am Tage geduscht!"

Fragt sich nur, ob der Dreck, den die Kundschaft da mitbringt, sich so einfach abduschen lässt...

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Donnerstag, 16. März 2017
AMPHORISMUS
Donnerstag, 16. März 2017, 19:53

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Der Wahlkrampf hat begonnen:
Wahlhilfe
Donnerstag, 16. März 2017, 19:33

Ich würde gerne (zur Not alleine, lieber aber natürlich gemeinsam mit Gleichgesinnten) in den kommenden Wahlkämpfen auf die Straße gehen und z.B. die AfD-Stände abklappern – aber nicht, um die Leute dort mit Sprechchören und Getriller mundtot zu machen (und sie so in die Märtyrerrolle zu heben), sondern um ihnen ganz geduldig (wie bei kleinen Kindern) zu erklären, dass Nationalismus nicht nur ein unsympathisches, sondern auch ein gestriges und dummes Konzept ist, dass auch für seine Verfechter (und vermeintlichen Nutznießer) zu nichts Gutem führen würde, sondern nur zu Hass, Gewalt und Krieg.

Und wenn unterwegs noch andere Parteistände des Weges lägen, wäre dort sicherlich auch Anlass und Gelegenheit zu kontroversen und konstruktiven Diskussionen...

Wer mitmachen würde, möge jetzt bitte der Fratzbuch-Gruppe "Wahlhilfe geben" beitreten!

Sehen wir uns...?!?

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Der Wahlkrampf hat begonnen:
Ein paar Binsenweisheiten* über Wirtschaft
Donnerstag, 16. März 2017, 18:36

Wenn jedermensch Zugang zum Internet hätte, könnten wir alle unsere Einkaufslisten direkt dort eingeben – und dann könnte (weltweite Demokratie vorausgesetzt) genau das produziert und bereitgestellt werden, was gebraucht wird, ohne die riesigen Verluste, welche die sogenannte „Freie Marktwirtschaft“ durch Fehl- und Überproduktion hier und Unterversorgung da ständig und zwangsläufig verursacht.

Dies wäre echte, demokratische, permanente Planwirtschaft – nicht zu verwechseln mit dem gescheiterten Projekt, bei dem eine kleine Clique von Funktionären irgendwelche weltfremden Fünfjahrespläne dekretierte.

* Hier gibt es noch mehr Binsen...

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Der Wahlkrampf hat begonnen:
Ein paar Binsenweisheiten* über Freiheit
Donnerstag, 16. März 2017, 18:16

Freiheit ist ein großes Wort – und kann vielerlei bedeuten: Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Reisefreiheit...

„Frei“ sein bedeutet erstmal „nicht gefangen“ – aber sind wir nicht alle gefangen in unserer eigenen Welt und unseren Vorstellungen?

Das Recht auf die freie Wahl des Wohn- und Aufenthaltsortes (Reise- und Niederlassungsfreiheit) nennt sich „Freizügigkeit“ und scheint uns im „Freien Westen“ selbstverständlich. Als BRD-Bürger kann ich tatsächlich fast überall hin reisen (sofern ich es mir leisten kann) und mich meist auch dort niederlassen – für Eingeborene ärmerer Länder (z.B. unsere beliebten Reiseziele Marokko, Tunesien, Ägypten, Kenia, Thailand usw.) gilt dies umgekehrt allerdings nicht automatisch, sondern nur für die sehr Betuchten unter ihnen; alle anderen sind nicht erwünscht, es sei denn, sie haben eine gute Ausbildung in einem hier nachgefragten Beruf.

Was aber bedeutet es, wenn ein Arzt, Ingenieur oder Informatiker z.B. aus Indien nach Deutschland kommt, um hier zu arbeiten? Es bedeutet, dass Deutschland als Staat und Gesellschaft sich auf Kosten Indiens bereichert, denn eine gute Ausbildung kostet viel Geld – und dies war übrigens auch der Grund, warum die DDR seinerzeit die Mauer gebaut hat: um diesen ruinösen Brain Drain (Wegzug gut und kostspielig ausgebildeter Fachkräfte in den „Goldenen Westen“) zu stoppen.

* Hier gibt es noch mehr Binsen...

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Sonntag, 12. März 2017
Riot @Rotterdam
Sonntag, 12. März 2017, 08:16

Im Wahlkrampf passieren ja manchmal die dollsten Sachen – was allerdings vergangene Nacht in Rotterdam abging, würde ich schon eher als "beängstigend" bezeichnen.

Der niederländische Miniprä Mark Rutte versucht offenbar (kurz vor der Wahl am nächsten Mittwoch), den strammen Max starken Mann zu markieren, wird mit der Eskalation aber wohl eher viele Wähler ins rechtsextreme Lager von Geert Wilders treiben.

Erdoğan wiederum scheint mittlerweile jedes Mittel recht und jedes diplomatische Desaster billig zu sein, um sein Referendum am 16. April durchzudrücken – wahrscheinlich, weil er Grund zu der Befürchtung hat, dass ihm nach seiner Amtszeit als Präsident nicht nur der Verlust der Macht, sondern empfindliche Strafen (Stichwort: Korruption) drohen; so spielt er zunehmend die ultra-nationalistische Karte.

Und seine radikalisierten randalierenden Anhänger gießen natürlich reichlich Wasser bzw. braune Brühe auf die Mühlen aller Rassisten und Islamhasser in Europa.

Da müssen wir uns im Superwahljahr wohl noch auf manch böse Überraschung gefasst machen...

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Freitag, 10. März 2017
So ist es!
Freitag, 10. März 2017, 15:06

Unbedingt lesenswert, was der Soziologe Stephan Lessenich heute in der SZ* schreibt:

(...) Martin Schulz ist der Hoffnungsträger all jener, die den Gesellschaftsvertrag der deutschen Nachkriegsrepublik in Gefahr sehen (...)

Das Kleingedruckte dieses Vertrags lautete in etwa so: Ihr, die politischen und ökonomischen Funktionseliten dieser Gesellschaft, dürft uns, die besitzlosen, aber mit dem allgemeinen Wahlrecht ausgestatteten Massen, im Betrieb und über das Parlament beherrschen, soweit und solange ihr für permanentes Wachstum und steigende Konsummöglichkeiten, ein wenig Umverteilung und die Aussicht auf sozialen Aufstieg für uns und unsere Kinder sorgt.

Und, so der wichtige Zusatzartikel zu diesem Vertrag auf Gegenseitigkeit, wenn ihr die Kosten dieses Arrangements von uns fern und uns dessen Nebenwirkungen vom Halse haltet: nämlich die für ökonomisches Wachstum notwendige Naturzerstörung, die trotz Umverteilung verbleibende Armut, das Wissen um die Gründung hiesigen Wohlstands auf der harten Arbeit von Menschen anderswo auf der Welt, die Aufstiegswünsche auch dieser Menschen für sich selbst und ihre Kinder.

(...)
Die deutsche Angst, oder sagen wir treffender: das Unbehagen breiter gesellschaftlicher Schichten ist (...) das unbestimmte Gefühl, dass sich die Zeiten radikal wandeln, dass die Voraussetzungen der eigenen Lebensweise nicht mehr gesichert sind, dass die "gute alte Zeit" der ungeheuren Privilegierung der westlichen Wohlstandsgesellschaft im Weltmaßstab zu Ende geht - und nicht wiederkehren wird. Es ist die Ahnung, dass der Gesellschaftsvertrag des wohlstandskapitalistischen Zeitalters nicht mehr aufrechtzuerhalten ist - weder von Angela Merkel noch von Martin Schulz. Aber man kann es ja mal mit einem anderen probieren.
(...)
Den Phantomschmerz des deutschen Wohlstandsbürgertums wird der Rückkehrer aus Brüssel womöglich kurzfristig heilen können. Langfristig aber gilt für die Wohlfahrtsgesellschaft genau das, was ihr derzeit auch Martin Schulz noch nicht predigen mag: ihren Wohlstand ernsthaft mit anderen zu teilen.

Dem kann ich nur vollumfänglich zustimmen - und (wieder einmal) auf mein schon etwas älteres, aber doch tagtäglich aktueller werdendes Plädoyer für weltweite gerechte Umverteilung verweisen...
______________________________________________________________
* SZ vom 10. März 2017, S. 13; leider auch online kostenpflichtig

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Samstag, 4. März 2017
Der Wahlkrampf hat begonnen:
Ein paar Binsenweisheiten* über Steuern
Samstag, 4. März 2017, 10:52

Steuern sind (oder gelten zumindest als) allgemein unbeliebt. Dabei sind sie es, die den Staat und seine Infrastruktur (Schulen, Straßen, Bibliotheken, öffentliche Einrichtungen überhaupt) erst ermöglichen.

Es gibt zwei Arten von Steuern: solche, die alle (auch die Unterprivilegierten) gleichermaßen (bzw. diese ganz besonders) treffen, wie beispielsweise die Mehrwertsteuer; und solche, die der wachsenden ökonomischen Ungleichheit entgegensteuern, etwa Vermögens- und Erbschaftssteuer.

Würde auf alles 100 % Steuer erhoben und wären dafür alle Waren und Dienstleistungen für jedermensch frei zugänglich, bedeutete dies einen Gini-Koeffizienten von Null (= maximale Gleichverteilung). Nun entspräche dies sicherlich niemandes Gerechtigkeitsempfinden; besonders schwere, anspruchsvolle und unangenehme Arbeiten sollten sicherlich mit höherer Entlohnung einhergehen.

Allerdings ist es fraglich, wie viel Ungleichverteilung eine Gesellschaft erträgt (bzw. wie viel ihr sogar nützt) und ab wann die Auswirkungen schädlich werden; eines aber ist sicher: heute und hier auf dieser Welt ist das Ausmaß der Ungerechtigkeit exorbitant negativ.

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Der Wahlkrampf hat begonnen:
Ein paar Binsenweisheiten* über Nationen
Samstag, 4. März 2017, 10:37

Der Begriff der Nation ist noch relativ jung und die Idee des Nationalstaates eine Hinterlassenschaft der französischen Revolution. War diese einst vor über 200 Jahren durchaus fortschrittlich, so muss sie spätestens seit den beiden Weltkriegen als Vehikel für Reaktion und Faschismus gesehen werden.

Menschen mit gemeinsamer Muttersprache können wir Sprachgemeinschaft nennen oder auch Nation („Nationalsprache“). Darüber hinausgehende „Nationalcharaktere“ allerdings sind immer zweifelhafte Konstrukte, die meist zu Zwecken der Exklusion (Ausgrenzung und Abwertung jener, die „nicht dazugehören“) verwendet werden. Dabei ist es im Einzelfall meist schwierig bis unmöglich, klar zu definieren bzw. Einigkeit darüber zu erzielen, wer oder was zu einer Nation gehört und wer oder was nicht.

Letztendlich sind wir alle Bewohner dieses geschundenen und ausgebeuteten Planeten, und der Versuch, der Globalisierung der „Märkte“ (also des Kapitalismus) durch einen Rückzug ins Nationalstaatliche und dessen Aufwertung zu begegnen, ist zum Scheitern verurteilt und kann nur zu Gewalt und Krieg führen.

Um es mit einem Zitat von Pink Floyd zu sagen:
Together we stand – divided we fall…



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Der Wahlkrampf hat begonnen:
Ein paar Binsenweisheiten* über Arbeit
Samstag, 4. März 2017, 10:26

Arbeiten, weil man Geld verdienen muss, um nicht zu verhungern, ist ein hierzulande(!) überkommenes Konzept. Selbstverwirklichung durch Arbeit ist oft auch eher ein frommer Wunsch.

Wer zum Arbeiten gezwungen wird, ist meist unzufrieden und arbeitet schlecht. Wem aber Gelegenheit gegeben wird, im Rahmen seiner Interessen und Fähigkeiten für die Allgemeinheit mitzuarbeiten, wird wahrscheinlich sein Bestes geben und dadurch Anerkennung und Befriedigung gewinnen.

Unter dem Primat des Wirtschaftswachstums wäre es ideal, möglichst viel zu arbeiten (Überstunden zu machen) und dabei möglichst viel zu konsumieren (Hobby: Powershopping). Globalökonomisch und -ökologisch gesehen ist dieses Modell allerdings schlichtweg eine riesige Katastrophe. Um als Menschheit eine Zukunft zu haben, müssen wir lernen (bzw. uns darauf einigen), welche Arbeit notwendig, welche überflüssig und welche schädlich ist.

* Hier gibt es noch mehr Binsen...

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Der Wahlkrampf hat begonnen:
Ein paar Binsenweisheiten über ...
Samstag, 4. März 2017, 10:19
... Steuern

... Arbeit

... Nationen

... Freiheit

... Wirtschaft

(To be continued...)

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Fake News ?!
Ein zwar nicht besonders weltbewegendes,
dafür aber leicht selbst nachprüfbares Beispiel
Samstag, 4. März 2017, 09:41

In der SZ lese ich soeben: Die Adelsschnalle Willem-Alexander Claus George Ferdinand, Prinz von Oranien-Nassau, Jonkheer van Amsberg und König der Niederlande, hat demnächst 50. Geburtstag und lädt dazu Untertanen ein, die genau wie er am 27. April einen runden Geburtstag feiern; nun hätten sich aber auf die knapp bemessenen 150 Plätze gleich 11.500 Niederländer angemeldet.

Flugs gegoogelt bzw. wikifiziert: die Niederlande hatten im Jahr 2016 genau 16.979.120 Einwohner. Teilen wir diese Zahl durch 365 (in Schaltjahren am 29. Februar Geborene vernachlässigen wir hier großzügig) kommen wir auf etwa 46.518 Niederländer, die auch am 27. April Geburtstag haben dürften. Da davon aber nur ein Zehntel (oder, wenn wir Jahrestage, die durch fünf teilbar sind, ebenfalls dazuzählen, ein Fünftel) wirklich dieses Jahr einen runden Geburtstag haben, kommen wir auf lediglich 4.652 (bzw. 9.304) Personen - was bedeutet, dass sich entweder eine ganze Menge Unbefugte gemeldet hätten (was dem sicherlich gut organisierten Festkommitee aber doch bestimmt aufgefallen wäre) oder aber die ganze Verlautbarung irgendwie nicht ganz stimmen kann...

Quod erat demonstrandum

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Mittwoch, 22. Februar 2017
Spuk (bald) vorbei...? Von wegen!
Mittwoch, 22. Februar 2017, 13:05

Die Umfragewerte der AfD brechen ein. In einer repräsentativen Befragung verliert sie zwei Prozentpunkte. Beim Thema Flüchtlinge kann die Partei laut Forsa kaum noch punkten, meldet SpOn - und spontan dachte ich: Schön wär's ja, wenn dieser Scheißverein wieder auf "Normalmaß"* schrumpfen würde...

Allerdings hat er ja seine "gesellschaftliche Aufgabe" durchaus erfüllt: die (nicht mehr ganz so) Große Koalition macht jetzt genau diese von rechtsaußen immer propagierte Anti-Flüchtlingspolitik - ohne jede Rücksicht auf Verluste; und die Menschen, die den dubiosen Konzentrationslagern vor den geschlossenen Toren und neuerrichteten oder frisch verstärkten Mauern und Zäunen entkommen konnten, ertrinken wieder zu Tausenden im Mittelmeer...

Eigentlich ein "schöner Erfolg" - wenn schon nicht für die Funktionäre der AfD, so doch zumindest für ihre vielen Millionen Sympathisanten.

In der dort beliebten, da "politisch unkorrekten" Sprache der Klientel:
Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan; der Mohr kann gehn!
_________________________________________________________________
* Ich schätze das rechtsextreme Potential im Lande allerdings durchaus auf mindestens zehn bis 20 Prozent.

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Auf den letzten Drücker: Verkleidungstipp
Mittwoch, 22. Februar 2017, 10:03

Ich dagegen gehe - wie immer, obgleich es sich nicht bewährt hat - als asozialer Alki (und so wenig wie möglich vor die Türe)...

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Dienstag, 21. Februar 2017
Der Wahlkrampf hat begonnen
Dienstag, 21. Februar 2017, 12:03

Das war ja so klar wie dicke schwarze Tinte: Kaum entfleuchen dem SPD-Kanzlerkandidaten Chulz zarte Andeutungen, dass diese Scheiß-Agenda vielleicht doch nicht ganz das Gelbe vom Ei war, machen schon die Sturmgeschütze der reinen neoliberalistischen Lehre gegen ihn mobil...

Die Kommentatorin von Springers WELT beispielsweise entblödet sich nicht, zu behaupten, dass die hiesige Gesellschaft seit zehn Jahren stabil ist und der Wohlstand in allen Sozialschichten steigt - was angesichts des immer wieder (z.B. von den Deutschen Wirtschafts Nachrichten(!)) gründlich dokumentierten weiterklaffenden Reichtumsgefälles an Zynismus kaum zu überbieten ist; alternative Fakten eben.

Das sollte jetzt aber nicht zu der Illusion führen, der allfällig gehypete SPD-Mann wäre oder würde jetzt der Rächer der Entrechteten (und würde zu diesem Behufe vielleicht mal ein paar Superreiche (teil)enterben).

Nein, wer wirklich soziale und solidarische Politik will, wird wohl nicht umhinkommen, auch dieses Jahr (meinetwegen auch zähneknirschend) die LINKE zu wählen - auf dass sie (möglichst stark und unübergehbar) in NRW-Landtag und Bundestag einziehe.

Meine Erststimme dagegen bekommt (so sie es denn überhaupt schaffen sollte, in meinem Wahlkreis Direktkandidaten aufzustellen) von ganzem Herzen die PARTEI!

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Tolle Tage und der alte Trott
Dienstag, 21. Februar 2017, 10:46

Geboren in Berlin, aufgewachsen in Düsseldorf, Germanistik und Romanistik studiert - mit Margarethe von Trotta habe ich ja mehr gemeinsam, als ich geahnt hätte...

Heute wird sie 75, und ein paar wichtige Filme (1975: Die verlorene Ehre der Katharina Blum; 1981: Die bleierne Zeit; 1986: Rosa Luxemburg u.a.) hat sie auch gedreht - ich gratuliere also!

Ausweislich ihrer Filmographie hat sie auch in einem Film mit dem schönen Titel "Bierkampf" mitgespielt, den der berüchtigte grandiose Herbert Achternbusch* Mitte der Siebziger mit zahllosen realen angetrunkenen (...) unfreiwilligen Darstellern life auf dem Oktoberfest gedreht hat - es folgt ein (auch zur jetzt langsam heißlaufenden Karnevalssession passender) Ausschnitt:

* Was treibt der eigentlich? Leben tut er wohl noch - zumindest ist nichts Gegenteiliges akten- bzw. wikipedia-kundig...

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... ältere Einträge

Zur Petition Für eine Weiterentwicklung der Demokratie
Das Prinzip Permanentes Plebiszit

Wozu ist der Mensch auf der Welt? Zum Sterben.
Und was heißt das? Rumhängen und warten.

Charles Bukowski



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